Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Teams 2016

Teams 2016

2016 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und zusätzlich einige Jedermannrennen (aber vermutlich ohne Team)

Freitag, 23. September 2016

Riderman 1. Etappe

Das war nicht gut, aber dafür gab es die Erkenntnis, dass ich die geschätzten Wattwerte meiner bisherigen Einzelzeitfahren wesentlich eher als Richtwert hätte nehmen können als die CP-Kurve in Golden Cheetah, die mit meinen bisherigen Wattdaten erstellt wurde. Allerdings hatte ich bisher maximal 10 Minuten Intervalltraining - und dann auch keineswegs Vollgas. Nur bei den kurzen Intervallen (1-2 Minuten) habe ich teilweise schon fast fast Vollgas gegeben. Und irgendwie hat das wohl für eine relativ nutzlose CP-Kurve gesorgt, bei der ich mir aber auch noch nicht sicher bin, ob Golden Cheetah diese Kurve aus allen Aktivitäten nimmt oder nur aus einem bestimmten Zeitraum, z.B. die letzten 4 oder 6 Wochen. Da muss ich mich noch schlaumachen...

Jedenfalls sagte die Wattmessung am Ende 264 Watt, was immerhin besser als die geschätzte Leistung vom EZF in Weiden war (257, wenn ich mich nicht ganz irre). NP war sogar 280 Watt. Zielwert war ja eigentlich 300-320 NP - naja, dafür, dass ich von vornherein eine "Schätztoleranz" von 20 Watt verwendet hatte, sind die 280 wohl sogar noch ganz okay. Das heißt halt im Endeffekt vor allem, dass ich für nächstes Jahr noch so einiges zu tun habe. ;)

Der Quälfaktor war jedenfalls ganz gut, denn ich hatte mit 'nem Durchschnittspuls von 168 einen minimal höheren als in Weiden (da waren es 167). Mangelnder Kampfgeist war es also nicht, einfach nur mangelnde Erfahrung mit Watt - und dem Zeitfahrlenker. Er fühlte sich zwar gut an, aber ich merkte auch, dass ich mit dem Oberkörper sehr unruhig war. Bei normaler Lenkerhaltung klappt das besser, also muss ich im Winter Stabilisationsübungen machen - auch wenn die so dermaßen zum KOTZEN sind, hehe. Ich denke, jeder der weiß, was für Übungen ich meine, kann gerade nur mit seinem Kopf nicken. ;)

Die Zeit unter 25 Minuten klar um 1:32 verfehlt, die Platzierung unter den Top 200 ebenfalls - nur Platz 392 von 695. Aber es war auch noch ein ganzer Stapel Tagesstarter dabei. Insofern könnte ich vielleicht auch um Platz 350 herum liegen, was die Gesamtwertung anbelangt. Die Tagesstarter sind im Ergebnis leider nicht als Tagesstarter markiert, in der Startliste war das noch der Fall. Jedenfalls habe ich jetzt eine neue Zielsetzung für die weiteren Etappen: Nach der 2. Etappe würde ich gerne unter den ersten 300 landen, nach der Schlussetappe dann doch noch unter den ersten 200, wie es eigentlich schon für heute geplant war. Allerdings wären die Top 200 wohl auch schon das absolute Maximum, was für mich hier noch drin ist. Realistisch betrachtet wird es schon schwer genug, wenigstens noch unter die ersten 300 zu kommen - aber wenigstens DAS werde ich AUF JEDEN FALL erreichen!!! Ärmel hochkrempeln, beißen - und dann sieht man ja, wofür es reicht. ;)

Donnerstag, 22. September 2016

Letzte Worte vorm Riderman

Morgen nehme ich an meinem bisher größten Etappenrennen teil, dem Riderman im Schwarzwald. Den Anfang macht ein Einzelzeitfahren, bei dem ich erstmals mit Watt fahren werde. Es fehlen die notwendigen Testdaten, um anhand der CP-Kurve meinen Richtwert festzulegen, aber ich ziele mal auf 300-320 NP ab - mal sehen, wie weit ich von dieser Einschätzung entfernt sein werde. Unter 25 Minuten und Top 200 - das ist mal mein grob gestecktes Ziel. Die Konkurrenz lässt sich halt überhaupt nicht einschätzen, aber bei einem Blick in die Ergebnisliste des Vorjahres scheint mir das Rennen heftiger als ein C-Rennen besetzt zu sein. Das wird knallhart, aber wenigstens habe ich dann mal eine erste Erfahrung zum Zeitfahren mit Zeitfahrlenker und Watt.

Die Rennberichte zu den einzelnen Etappen werden natürlich wie gehabt auf Strava zu finden sein, weil ich dort halt gleich die ganzen Renndaten mit dabei habe. Oh, und insgesamt hoffe ich nach den Top 200 am Freitag auf eine Verbesserung in der Gesamtwertung unter die Top 150 am Samstag und die Top 100 am Sonntag. Man braucht ja Ziele, denn Ziellosigkeit führt nirgendwo hin. ;)

Dienstag, 13. September 2016

Heiße Saisonphase

Es war schon ein etwas komisches Jahr. Kalt, nass, windig ... nur heiß war es kaum. Vor allem an den Renntagen nicht. Seit Ende August haben die Temperaturen aber beständig angezogen. Wer hätte gedacht, dass Ende August bis Mitte September das beste Sommerwetter des Jahres sein würde? Okay, ganz so unerwartet ist es ja eigentlich nicht unbedingt, denn letztes Jahr Ende August in Augsburg waren es auch über 30 Grad. Jedenfalls bestätigt das meine Entscheidung, den zweiten planmäßigen Formhöhepunkt für die jetzige Phase gesetzt zu haben. So weit, so gut...

Seit Ende August habe ich auch eine Wattkurbel und sammle schon Erfahrungen, um das Training für die nächste Saison optimieren zu können. Durch die gemessenen Wattwerte sind bei Golden Cheetah auch plötzlich viele zusätzliche Dinge aufgetaucht, wobei mir auch etwas auffiel, das ich bisher schlicht und ergreifend übersehen hatte: PMC-Diagramme! Da bietet das Programm mehrere Varianten. Watt, Watt/Puls, Puls - und sogar RPE. Bei RPE habe ich zwar den Eindruck, dass ein System von 1-10 verwendet wird, während ich ein System von 6-20 verwende, das so in Friels Buch steht, aber wenn man konsequent bleibt, dann stimmt die Form des Diagramms trotzdem - nur die totalen Werte sind Käse. ;) RPE ist ja auch ganz gut, weil ich damit wirklich jede einzelne Trainingsbelastungen in GC erfassen kann. Alle Belastungen im Zusammenhang mit Fußball absolviere ich ja ohne Puls-/Wattmessung - wie soll man die also in GC einbringen, damit das PMC-Diagramm Aufschluss über den Trainingsverlauf bringt? Was ist PMC überhaupt, fragt sich der aufmerksame Leser? Performance Management Chart - ein Diagramm, dass einfach die erbrachten sportlichen Leistungen und deren Auswirkungen darstellen soll. Generell kann man sagen, dass Form, Fitness und Erschöpfung dargestellt werden. Somit soll sich einerseits Übertraining vermeiden lassen, was man daran erkennen würde, dass die Erschöpfung einfach zu stark zunimmt, andererseits soll es einem anzeigen, wie gut man in Form ist. Hierfür sind die Diagramme nach Puls und RPE meiner Meinung nach am aussagekräftigsten, weil man beim Watt-Diagramm ja nur Aktivitäten erfassen kann, die wirklich mit Wattmessung waren.

Okay, ich habe etwas "geschummelt": Golden Cheetah hat auch eine Wattschätzung, ähnlich wie bei Strava. Nach den ersten Erfahrungen mit der Wattkurbel, fiel mir auch schnell auf, dass die geschätzten Wattwerte erstaunlich nah an den jetzt gemessenen Werten sind. Ich habe also fürs Watt-Diagramm mehrere Lücken durch die Wattschätzung gestopft - und die Bilder aller 3 von mir genutzten PMC-Diagramme (Puls, RPE, Watt) zeigen generell alle den gleichen Verlauf. Nur die totalen Werte sind halt unterschiedlich. Der springende Punkt ist aber, dass bei drei unterschiedlichen PMC-Diagramme dann doch eine recht gute Aussage möglich ist, wie es bei mir mit Form, Fitness und Erschöpfung aussieht. Wichtig ist bei der Wattschätzung aber, dass man nur Aktivitäten schätzen lässt, bei denen man nicht von Windschatten profitiert hat. Also EZFs und Einzeltrainings kann man auf diese Weise gut ins PMC-Diagramm einfügen, aber Rennen und Gruppentrainings würden nur zu Datensalat führen.

Hätte ich die PMC-Diagramme doch mal früher entdeckt ... dann wäre in dieser Saison das ein oder andere vielleicht schon besser gelaufen. Mir fiel z.B. auf, dass ich eine Woche NACH der Zollernalbtour meine bisherige Bestform hatte - als ich eigentlich gerade Renn- und Trainingspause macht. Dann stieg ich mit einer Ausdauer-Einheit wieder ein, bei der ich mich über einen 30er-Schnitt wunderte - JETZT wundere ich mich nicht mehr, JETZT habe ich die Erklärung dafür. Trainingstechnisch kam das aber nunmal eine Woche zu spät. Für die aktuelle Phase, die den zweiten Formhöhepunkt markiert, hoffe ich jetzt im Schlussspurt, dass ich mit der Hilfe von GC und der PMC-Diagramme das gewollte "Tapering" besser hinbekomme, um zum richtigen Zeitpunkt von der "Superkompensation" profitieren zu können: Nächste Woche beim Riderman. ;)

Ja, ich habe mich beim Riderman angemeldet. Die Etappenlängen am 2. und 3. Tag dürften für mich bei meiner diesjährigen Trainingsgrundlage zwar etwas über dem Limit liegen, denn nach 2,5 Stunden verließen mich meine Kräfte bisher immer. Egal, ich will mir das einfach mal ansehen und die Bestform möglichst sinnvoll nutzen - und da ich keine brauchbaren Lizenzrennen gefunden hatte, kam halt schon vor einigen Wochen die Überlegung mit dem Riderman auf. Jetzt habe ich auch Nägel mit Köpfen gemacht. Etappenrennen sind mir ja sowieso am liebsten, auch wenn ich bisher kaum das Vergnügen hatte. Oder sagen wir es auch mal so: Ich hatte es mir bisher kaum gegönnt - aber das ändere ich ab sofort. ;)

Vorher steht aber nächsten Samstag noch die Oberfränkische Bergmeisterschaft in Stadtsteinach an. Hoffentlich fällt die nicht ins Wasser. Nach der langen Trockenheit besteht ja die Gefahr von stärkeren Regenfällen. Sind die zu stark, könnte das richtig problematisch werden. Bei über 20 % könnten zum einen die Hinterräder der Fahrer durchdrehen (vor allem der schwereren Fahrer wie meiner Gewichtigkeit), zum anderen wurde die steile Steigung durch das Waldstück bei der Zollernalbtour auch wegen der starken Regenfälle gestrichen - weil der Schlamm aus dem Wald die Straße runterfloss. Da wir in Stadtsteinach ebenfalls eine steile Rampe durch den Wald fahren, wäre starker Regen also ganz schön problematisch. Mal abwarten, was sich ergibt.

Letzten Sonntag hatte ich aber schon das erste Rennen in meiner "Bestformphase" - und bis auf die letzten 18 Sekunden lief es auch ganz gut. Dann habe ich den Zielsprint technisch verpatzt, nachdem ich in der Zielanfahrt schon taktische Fehler gemacht hatte. Bis zum Finale aber konnte ich erstaunlich souverän im Feld mitrollen und viel Kraft sparen, weshalb mir die 67 km auch gar nicht so viel "Schaden" an meinen PMC-Diagrammen angerichtet haben. Durchschnittlich gemessene Wattleistung (mit Nullwerten): 191 Watt - bei 76 kg Körpergewicht hört sich das für Wattkenner vermutlich eher nach einer etwas intensiveren Trainingseinheit an, nicht aber nach einem Rennen. Das Feld war einfach groß: 249 Starter, bis zur einzigen "Steigung" des Tages nach 40 km noch 70 Fahrer im Hauptfeld, ab der Steigung schließlich noch 50, die dann auf die Zielgerade einbogen. Löcher musste ich keine zufahren, bremsen musste ich auch nicht viel, weil ich ein paar gute Tipps von 'nem Vereinskollegen gut umsetzen konnte. Tipps und jetzt auch praktische Erfahrungen, die ich nächstes Jahr dann auch hoffentlich bei Lizenzrennen zu meinem Vorteil nutzen kann. Also auch das sei an dieser Stelle mal wieder angemerkt: Wer gegen Jedermannrennen ist und meint, dass man mit Training allein bei Lizenzrennen mitfahren kann, der unterschätzt immer wieder die Qualität von Rennkilometern und die Erfahrungen, die man in einem Hauptfeld gewinnen kann. Und ein Rennen ist ein Rennen ist ein Rennen. Der Heideradcup war für mich in Sachen Rennerfahrung ein sehr gutes Erlebnis - besser als zum jetzigen Zeitpunkt mit Bestform in die Röhre gucken zu müssen. Platz 7 von 249 Startern - trotz des verpassten Podestplatzes, bin ich mit dem Renntag in Sachsen sehr zufrieden und habe mir das Rennen auch für 2017 wieder rot markiert. ;)

Gleichzeitig habe ich mir auch jetzt schon Gedanken darüber gemacht, wie ich es mit der Bestform in der nächsten Saison steuern will. Nachdem ich dieses Jahr Erfahrungen mit dem Modell für 2 Höchstformen gesammelt habe, versuche ich nächstes Jahr mal ein Modell mit 3 Höchstformen, wobei ich mir die Fallstudien von Friel noch etwas genauer ansehen muss um zu wissen, wie genau ich den Plan dann zusammensetzen kann. Die aktuell Überlegung ist eigentlich so, dass Höchstform 1 und 3 genau wie in diesem Jahr gesetzt werden, ich zwischendurch aber aufgrund der Erkenntnis aus dem PMC-Diagramm nach der Zollernalbtour nicht wieder so weit zurückgehen werde, dass ich wieder mit einer Aufbau-Phase beginne. Stattdessen wird der 2. Formhöhepunkt auf Ingolstadt ausgerichtet. Klingt etwas komisch, nachdem ich dieses Jahr so früh aus dem Hauptfeld rausfiel, aber meine Zielsetzung für einen Podestplatz in Torgau auf der 70er schien nach "nur" Platz 10 auf der 40er im Vorjahr wohl auch nicht unbedingt so realistisch - am Ende lag ich aber trotz Platz 7 nur 0,2 Sekunden hinter dem Sieger, was das Podest also tatsächlich zu einem realistischen Ziel gemacht hatte. Nächstes Jahr werde ich in Ingolstadt auf jeden Fall besser abschneiden als dieses Jahr. Zum einen, weil schlechter kaum geht, zum anderen, weil ich einfach von dem Weg überzeugt bin, den ich letzten November eingeschlagen habe. Keine Chance den Miesmachern, ich schreibe Optimismus ganz groß. :)

Mittwoch, 31. August 2016

Watt is los?!?

Ja, ich habe mir jetzt dann doch noch eine Wattkurbel geholt, um die Trainingssteuerung noch weiter optimieren zu können. Nachdem das nervige Knarzen beim Bontrager-Hinterrad weg ist, war die Laune einfach auch besser. Ein erstes Problem gab es aber gleich, denn die Kalibrierung wollte nicht so recht. Des Rätsels Lösung: Ich hatte meinen Pulsgurt nicht an! Klingt komisch, ist aber so. Die Erklärung dafür ist, dass man zumindest bei meinem Ätsch 500 (die meisten Radcomputer werden wohl auch so sein) verschiedene Profile für das jeweils verwendete Rad auswählen kann. Jedem Rad fügt man dann auch gewisse Sensoren hinzu. Wenn man jetzt einen Wattsensor kalibrieren will, der Radcomputer aber noch nach weiteren Sensoren sucht, die gar nicht aktiv sind, dann hängt eben die Kalibrierung. Als ich den Pulsgurt dann mal dran hatte, habe ich das wiederholt - und nach erfolgreicher Kalibrierung hing das Display des Ätsch 500!!! Dafür fand ich auf Google leider keine Lösung und habe es seitdem auch nicht wieder versucht. Vorerst ist die Kalibrierung ja okay, also was soll's?

Ich fuhr dann einfach erst mal eine lockere zweistündige Ausdauerrunde, auf der ich aber auch die Erschöpfung merkte, die ich planmäßig auch durchaus haben sollte. Der Puls war nämlich wieder sehr niedrig, zu 100 % im Bereich der aktiven Regeneration. Ohne Wattmesser hätte ich das dann auch als A1 ins Trainingstagebuch eingetragen. A1 ist ja die Friel-Bezeichnung für aktive Regeneration. Eigentlich wollte ich aber A2 fahren, also Ausdauer. Und hier erwies es sich dann schon als Vorteil, dass die große Schwankung beim Puls durch Erschöpfung keinen Einfluss auf die Wattmessung hat. Nach Watt fuhr ich nämlich im Bereich für A2, also eine lockere Ausdauerrunde, wie es eben auch geplant war.

Bei der zweiten Einheit nahm ich mal ausnahmsweise mein Trek für ein Sprinttraining. Eigentlich war nur S5 geplant, aber wegen des Wattmessers nahm ich auch gleich einen Sprintleistungstest nach Friel vor. War mit dem Ablauf nicht ganz so zufrieden, vor allem aber mit der Schaltung des Trek. Wenn ich sprinte, dann schleift die Kette ganz schön stark. Das war bisher eigentlich nicht der Fall, auch wenn ich mit dem Trek sowieso noch nie viel gesprintet bin. Dafür habe ich ja immer das Cinelli genommen. Außerdem sprang die Kette scheinbar gleich von 14 auf 12, wenn ich den Überblick beim Schalten nicht gänzlich verloren hatte. Sieht man sich die Schaltung "im Trockenen" an, dann schalten die Gänge ganz normal durch. Es wird kein Ritzel ausgelassen und die Kette verursacht auch keine Schleifgeräusche. Hmmm...

Gestern dann die dritte Einheit gefahren, diesmal SK1-Antritte nach Friel trainiert. Also das, was mir vermutlich dieses Jahr für die Kriterien gefehlt hat. Die Kette schlief wieder und als ich wieder fast daheim war, knarzte das Hinterrad plötzlich wieder so eklig. Was zur Hölle ist hier bloß los?!? Liegt es an Trek, liegt es an Bontrager?!? So eine üble Geräuschkulisse hatte ich an den anderen 3 Rennrädern nie gehabt! So was macht einen nicht gerade zum Fan. :(

Aber so nervig die Geräusche auch sind, einen negativen Einfluss aufs Fahrverhalten hat das alles wohl nicht. Unter Golden Cheetah habe ich jetzt auch gleich deutlich mehr Datenfelder, wobei ich mich aber auch fragen muss: Wozu habe ich eine teure WattMESSUNG gekauft, wenn ich jetzt plötzlich lauter BERECHNETE Werte bekomme?!? Und die Berechnung scheint auch ganz schön ungenau zu sein. Ich habe jetzt in den letzten Tagen schon von mehreren Leuten gehört, dass man unbedingt Normalized Power nutzen soll. Das ist ein berechneter Wert, der auf der durchschnittlichen Wattleistung basiert und diverse Einflüsse wie Wind und schlagmichtot berücksichtigen soll, um einen realistischeren Wattwert zu liefern. Bei der Sprinteinheit war der NP-Wert aber gleich mal fast doppelt so hoch als die gemessene Durchschnittsleistung: 290 Watt! Was soll das ?!? Nur weil ich 7 mal kurz für ungefähr 20 Sekunden gesprintet bin?!? 290 Watt entsprechend ja schon fast einer Rennbelastung! Gestern hingegen war NP mit 230 Watt schon deutlich niedriger, obwohl ich die Einheit vom Gefühl her anstrengender wahrnahm. Ich war auch deutlich schneller unterwegs. Das macht nicht wirklich viel Sinn.

Weitere berechnete Werte sind IF und TSS, die ebenfalls keinerlei Sinn ergeben, wenn ich meine bisherigen 3 Einheiten betrachte. Der TSS z.B. steigt mit der Dauer. Komischerweise war der TSS bei der kürzesten meiner drei Einheiten am höchsten, während er bei meiner längsten Einheit am niedrigsten war - hä?!? Aber wenigstens sind diese offenbar nutzlosen berechneten Werte ein einheitlicher Schwachsinn, weil NP, IF und TSS bei jeder Einheit Hand in Hand gingen. Ich weiß aber trotzdem nicht, was ich davon dann halten soll. Ich betrachte momentan vor allem nur die tatsächlich gemessene Durchschnittsleistung. Die scheint mein Gefühl auch am ehesten widerzugeben. Morgen steht dann die erste richtig intensive Einheit mit Wattmessung an, da werde ich noch weitere Erkenntnisse gewinnen. Wenn ich an die 290 Watt aus der Sprinteinheit denke, dann müsste ich morgen als NP ja ungefähr 500 Watt erhalten - was natürlich Käse wäre. Aber bei der gemessenen Durchschnittsleistung rechne ich ganz realistisch mit an die 200 Watt. Mal sehen, was IF und TSS dann machen. Ich habe ja auch eine Übersicht gefunden, wo die IF- und TSS-Werte erklärt werden: Der IF meiner Sprinteinheit wäre ein richtig heftiges Rennen gewesen. Einfach Quark.

Eine Sache berechnet Golden Cheetah aber noch, die schon etwas mehr Sinn zu ergeben scheint: W'bal. Im Gegensatz zu den krummen NP-, IF- und TSS-Werten, machen die W'bal-Werte und das dazugehörige Diagramm bei den jeweiligen Einheiten richtig Sinn. Golden Cheetah erstellt auch eine schönes CP-Diagramm, was ja ganz nett ist, aber bei normalen Einheiten natürlich nicht der CP-Kurve entspricht, die man mittels Leistungstests erstellen soll. Golden Cheetah ist hier auch etwas beschränkt, weil man die Zeiten für die einzelnen CP-Punkte scheinbar nicht selbst festlegen kann. Friel fängt z.B. mit CP 0,2 an, was laut seinem Buch für 12 Sekunden steht, aber Golden Cheetah bietet mir keine 12 Sekunden. Stattdessen habe ich 15 Sekunden eingestellt. Wenn ich da keine Lösung finde, muss ich die CP-Kurve doch manuell über die Analyse auf Strava erstellen. Aber weil ich schon bei diesem ersten Punkt bin: Bei Sprintleistungstest habe ich hierfür natürlich schon einen ersten Wert - 1112 Watt. Bei der morgigen KA3-Einheit kann ich voraussichtlich einen ersten CP6-Wert gewinnen. Okay, CP1 ist dann natürlich auch schon dabei, aber wenn ich nächste Woche mal wieder 90-sekündige Vorbelastungsintervalle einbaue, dann dürfte der CP1-Wert schon höher ausfallen. CP12 und CP30 fehlen dann noch, wenn es nach Friel geht. CP30 dürfte ich dann beim EZF des Riderman gewinnen. Und CP12? Naja, mal sehen. Die komplette Testreihe werde ich im Oktober vermutlich sowieso nochmal wiederholen, um die Saisonpause etwas kurzweiliger zu gestalten. Wenn es im November dann wieder richtig losgeht, habe ich dann auch hoffentlich mit Anleitung von Friel eine gute CP-Kurve und die passenden Trainingsbereiche nach Watt.

Ach ja, und weil ich von November sprach und dass es dann wieder losgeht: Auch die ersten Termine für 2017 flattern schon rein. Die Zollernalbtour ist nächstes Jahr Mitte Juni, am 21. Mai sind die Neuseenclassics und in Attenzell findet nächstes Jahr hoffentlich auch wieder ein C-Rennen statt. Der Termin wäre der 21. Mai. Nein, ich habe mich gerade nicht verschrieben: Es geht mit den Terminüberschneidungen gleich schon wieder los. Die Renntermine sind halt leider kein Wunschkonzert, die muss man nehmen, wie sie von den Organisatoren festgelegt werden. Mein Weg geht dann aber zum C-Rennen nach Attenzell ... FALLS es ein C-Rennen gibt.

Mittwoch, 24. August 2016

Ausflug in die Pfalz und Rennpause

Nachdem ich beim Rennen in Altdorf ertmals bei einem Radrennen Mobbing erleben musste, das Rennen aber generell wieder ein kleiner Aufwärtstrend war (immerhin mal 10 Runden bei einem offiziellen Kriterium mitgehalten - "Saisonrekord"), ging es am letzten Wochenende mit dem Teambus in die Pfalz nach Rülzheim. Als wir in der Pfalz ankamen, hatte der Regen auch erfolgreich die Sonne verdrängt, aber es war ja noch etwas Zeit bis zum Start und die Prognose war eigentlich so, dass es 20 Uhr trocken sein sollte.

Als wir dann an der Rennstrecke ankamen, fragten wir erstmal aus dem Fenster heraus: "Wo kann man denn hier parken?" Ein Mensch mit Aggro-Gesicht antwortete: "NEIN, KÖNNT IHR NICHT!!!" Okay, alles klar?!? :) Wir fanden jedenfalls einen Parkplatz direkt an der Zielgeraden und stellten fest, dass der Regen tatsächlich aufhörte. Die Straßen waren natürlich noch nass, aber wir liefen die Strecke einfach erst mal zu fuß ab. Hui, ganz schön eng und "gullydeckelig" - bei nasser Fahrbahn schien uns das richtig schön gefährlich zu sein, aber an einigen Stellen wurde es ja während des Einrollens schon trocken. Als es noch einige Minuten bis zum Start war und noch niemand an Start/Ziel stand, fuhren wir halt doch noch eine Runde mehr - und schon war's das mit dem geplanten Start aus Reihe 1, denn die ersten 2 Reihen waren dann schon dicht. Heutzutage muss man sich wirklich idealerweise schon 15 Minuten vor Rennstart aufstellen - wobei dann ja meistens noch ein anderes Rennen läuft. ;)

Das Rennen am 1. Tag war ein Rennen auf Endspurt. Wer jetzt ein etwas gemütlicheres Rennen vermutet hätte, der wurde schnell eines besseren belehrt: Es wurden gleich mal Prämienwertungen für die ersten 3 Runden angekündigt. Dementsprechend war das Renntempo auch jede Runde hoch, denn die Prämien gab es nicht nur in den ersten 3 Runden, sondern fast in jeder. Ich weiß gar nicht, in wie vielen Runden es ausnahmsweise keine Prämie gab. Ständig Vollgas. Für mich war's aber ein kurzes "Vergnügen". Nein, nicht wegen der nassen Straßen, sondern einfach wegen den doch recht engen Kurven, die ich einfach nicht hinbekommen habe. Anbremspunkt, Einlenkpunkt, Ideallinie, Beschleuningspunkt - ich hab so ziemlich alles verpatzt, was man im Zusammenhang mit einer Kurve verpatzen kann. Ging also nicht lange gut...

Am 2. Tag dann bei Sonnenschein eingerollt, frühzeitig in die Startaufstellung begeben und einen Platz in Reihe 1 gesichert. 10 Minuten waren es noch bis zum Start - da flüchteten die Fahrer plötzlich aus der Startaufstellung. Was war passiert? Tja, es goss plötzlich wie aus Eimern. Kurz vorm Start war der Schauer zwar vorbei, aber wir würden voll im Nassen starten. Der Streckensprecher wollte dann noch das Führungsfahrzeug signalisieren, dass es sich bereitmachen sollte: "Führungsfahrzeug bereit?" Ich übersetze diese Frage mal ins Nicht-Pfälzische: "Fahrer ab!" - denn aus irgendeinem Grund rollten plötzlich alle Fahrer los. :D

Kam dann gefühlt eigentlich so gut und "locker" in ein Rennen wie noch nie in der Saison. Das Gefühl hat zwar nicht ganz, aber etwas getäuscht, wenn ich meine Pulsdaten so ansehe. Ich war schon nicht ganz so angespannt wie bei den meisten offiziellen Rennen dieses Jahr, aber das Pulsdiagramm glich immer noch eher einer Flatline statt einer Wellenbewegung, wie das bei den guten Leuten der Fall ist, halt entsprechende Reserven haben, während ich in den ersten Runden immer am Limit fahre. 71 Starter waren wir, also hoffte ich, dass ich wenigstens nicht ganz so schnell ans Feldende durchgereicht werden würde. Das war generell auch nicht der Fall, zumal ich mit der Nässe und den Kurven heute erfreulicherweise keine Probleme hatte, das lief richtig gut. Dummerweise ging die Leistungsschere so weit auseinander, dass wohl schon mehrere der 71 Starter so früh zurückfielen, dass ich im Endeffekt auch viel zu früh schon am Ende des Hauptfeldes war. Und das gleiche Lied wie in der gesamten Saison bei allen offiziellen Kriterien: Nach einer Kurve konnte ich nicht mehr wie ein Pferd antreten, schon riss das Loch. Die Anzahl und Qualität der Antritte ist einfach nicht mit dem vergleichbar, was ich letztes Jahr bei den Kriterien in Strullendorf und Augsburg erlebt hatte. Ob es am Kurs liegt oder an der Qualität der Fahrer - ich weiß es nicht. Kontrollieren kann man aber sowieso nur seine eigenen Antritte, also muss ich die SK1-Antritte von Friel in der nächsten Saison mal doch etwas mehr trainieren. Das kam viel zu kurz, weil ich dachte, dass ich das eigentlich nicht brauchen würde. So kann man sich täuschen...

Auf dem Rückweg erfuhr ich dann noch, dass das Rennen in Chemnitz auf grobem Kopfsteinfplaster ist. Ich finde ja Kopfsteinpflaster bergauf ganz interessant, aber NUR bergauf - in allen anderen Fällen hasse ich es wie die Pest, drum habe ich Chemnitz gestrichen. Ein Glück, dass mir da ein Frusterlebnis erspart wurde. Gleichzeitig zeigt das auch erneut eine Problematik auf, die ich schon neulich angesprochen hatte: Wie soll man sich Ziele setzen, wenn es an den notwendigen Informationen fehlt, welche geeigneten Rennen es überhaupt geben wird? Insofern habe ich den Jahrestrainingsplan jetzt kurzfristig etwas abgeändert. Hoffentlich funktioniert das auch so und wird nicht zum Bumerang. Tatsache ist aber, dass ich bis zum Heideradcup jetzt erst mal kein Rennen mehr habe. Dabei ist derzeit endlich mal bestes Radwetter, gerade zu diesem Zeitpunkt mangelt es aber an Rennmöglichkeiten. Dabei sehe ich ja auch schon über den Beckenrand und durchforste die Terminlisten der angrenzenden Landesverbände, aber da kommen halt auch eher Absagen statt Ausschreibungen raus, wie zuletzt im Falle von Sebnitz. Immer mehr Rennen brechen weg, die Gründe dafür werden aber kaum genannt. Hat dann auch keinen Wert zu spekulieren, woran es lag. Und selbst wenn die Gründe genannt würden, hätte man als Fahrer vermutlich sowieso nicht die Möglichkeit, um irgendwas dran zu ändern. Man kann eigentlich nur hoffen, dass die Veranstalter nicht die Flinte ins Korn werfen und auch nach einer Absage ihr Rennen für nächstes Jahr erneut planen und dann nicht die Probleme haben, die in diesem Jahr zur Absage führten.

Die Problematik mit der Durchführung von Rennen scheint aber auch von Landesverband zu Landesverband bzw. von Region zu Region gänzlich unterschiedlich zu sein. Der Zuspruch durch die Bevölkerung dürfte da keine unwesentliche Rolle spielen, denke ich. In der Pfalz gibt es ja unglaublich viele Rennen, wenn man auf rad-net in die Liste sieht. In Rülzheim konnten wir dabei feststellen: Es gibt dort auch unglaublich viele Prämien und Zuschauer. Ohne den notwendigen Zuspruch wird ein Veranstalter sicherlich nicht so viele Prämien aufbringen können. Und die Anzahl der Zuschauer, die mit Begeisterung an der Strecke stehen, ist ja auch ein Indiz für den Zuspruch. Bei Rennen in Landesverbänden, wo es halt generell weniger Rennen gibt, muss man ja oftmals feststellen, dass bestenfalls Betreuer/Begleiter der Fahrer an der Strecke stehen, aber "richtige Zuschauer" kaum. Und gelegentlich hört man mal einen Passanten, der sich über "dieses scheiß Radrennen" aufregt. Warum es solche Unterschiede beim Stellenwert von Radrennen gibt, das sei mal dahingestellt. Die Begeisterung für Radsport in der Pfalz fand ich jedenfalls super. Das sportliche Niveau ist dort bei einem C-Rennen aber höher als in Bayern bei einem B-Rennen, habe ich den subjektiven Eindruck gewonnen. Heftig, heftig. Da muss das Training für nächste Saison also optimiert werden, um einen notwendigen Leistungssprung zu machen, denn generell würde ich nächstes Jahr gerne noch öfter in der Pfalz Rennen fahren. Soll aber nicht heißten, dass ich Rennen in Bayern dann nicht mehr fahre - dazu müsste es diese Rennen erst mal geben. Hoffen wir mal, dass die Vereine also weiterhin den Willen haben und auch die Energie aufbringen, um den aktiven Fahrern über die Saison hinweg genügend Startmöglichkeiten zu bieten. Aber ohne Mobbing, bitte - das ist ein NO GO...