Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Teams 2017

Team 2017

2017 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Sonntag, 3. September 2017

Bellheim, Meiningen, ISG und Heideradcup

Eigentlich wollte ich heute anaerobe Bergintervalle fahren, aber es kommt gerade wieder kräftig vom Himmel runter, drum verschiebe ich diese Einheit wohl auf morgen. Dafür habe ich aber etwas Zeit, um mal die letzten Wochen aufzuarbeiten...

Bellheim war mein zweites Pfalz-Wochenende, nachdem Rülzheim im Vorjahr reines Lehrgeld war. Für das Kriterium nahm ich mir nichts weiter vor, ich hätte auch mit 10 Runden als Vorbelastung leben können - aber dann fuhr ich trotzdem durch. Letztes Jahr hatte ich noch den Eindruck, dass das Niveau bei C-Kriterien in der Pfalz viel höher als in Bayern ist - aber wie viele C-Kriterien gibt es schon in Bayern, damit man das überhaupt vergleichen könnte?!? ;) Stattdessen fiel mir auf, dass auch in der Pfalz richtig dämlich durch die Kurven gefahren wird. Kurz vorm Einlenken in die Kurven quetschen sich gerne noch ein, zwei Fahrer neben einen, schon fährt man mit 10 km/h weniger durch die Kurve als es in Einerreihe auf der Ideallinie möglich wäre. Diese verlorenen 10 km/h muss man dann aber wieder durch den Antritt reinholen, denn an der Spitze des Feldes wird natürlich dennoch Einerreihe gefahren. 2/3 des Feldes müssen als immer wie Tiere antreten - und können es auch größtenteils. Selbst ich, auch wenn es mir von Antritt zu Antritt mehr Schmerzen im unteren Rücken verursacht. ISG-Blockade - das ist mein neues Iliotibialis-Syndrom. Ich habe endlich meine Knieschmerzen im Griff, da begleiten mich plötzlich ständig Rückenschmerzen. Trotzdem habe ich die Antritte mitgehen können und konnte dann sogar meine erste Prämie bei einem Lizenzrennen einfahren. Kurioserweise hatte mir ein Regenschauer diese Prämie ermöglicht, denn das Feld war spürbar mit Trocken-Setup unterwegs und niemand wollte stürzen. Das führte zu so einer vorsichtigen Fahrweise in den Kurven, dass das Feld in mehrere kleine Teile brach. Ich konnte mich in dieser Situation aber gut vorarbeiten, weil die Leute auf den Geraden nicht mehr richtig antraten - und plötzlich fuhr ich vor dem Feld und bekam eine Prämie geschenkt, denn mir war gar nicht bewusst, dass gerade eine Prämienrunde war. :)

Am nächsten Tag stand das Straßenrennen über 120 km an. Am Start fiel dem Veranstalter aber ein, dass er das Rennen eigentlich nur über 100 km durchführen wollte. Wieso man dann 120 km ausgeschrieben hatte, erschließt sich mir nicht ganz, aber eigentlich war es mir ganz recht. Mein Training ist ja nur auf Rennbelastungen bis zu 3 Stunden ausgelegt, da waren mir 100 km also auch lieber als 120. Nach 10 km hätte das Rennen für mich aber schon fast vorbei sein können, denn auf einer der schmalen Geraden der Feldweg-Passage (Klassiker-Feeling pur!) stoppte plötzlich der Fahrverkehr vor uns. Keine Ahnung, was da los war, aber ich musste eine Vollbremsung hinlegen, bei der mein Hinterrad sogar seitlich ausbrach. Mir fiel erst zwei Wochen später auf, dass ich am Hinterreifen ein ganzes Stück Reifengummi verloren hatte. Da schaute schon der Stoffteil des Reifenmantels durch. Mittlerweile ist der Hinterreifen erneuert, aber ich hatte mal richtig Glück, dass ich die restlichen 90 km ohne Defekt absolvieren konnte. Auch Glück hatte ich, dass ich in keinen der Stürze im Feld verwickelt wurde.

In der ersten Runde kam es am Ortsausgang von Westheim in einer "Hindernislauf-Passage" zu einem Sturz im Feld, bei dem das Feld auch fast komplett anhalten musste. Links, rechts und wieder links hatte man dort die Straße künstlich verengt. Solche Dinger, wo man Blumen oder Bäume reinpflanzt, mit Bordsteinkanten drumherum. Als es nach dem Sturz weiterging, wunderte ich mich noch, dass das Feld scheinbar ohne echte Aufholjagd wieder geschlossen war. Das Tempo ging sogar richtig runter. Das sollte sich an dieser Stelle in jeder Runde wiederholen, weshalb man hier immer sehr gut die Verpflegung übernehmen konnte. Was im Feld aber viele Fahrer wohl nicht mitbekommen haben: Den Sturz im Feld konnten mehrere Fahrer vorne trotzdem für eine Attacke nutzen und sich absetzen. Warum das Feld also nach dem Sturz gebummelt hat statt die Ausreißer gleich zurückzuholen, ist sicherlich eine berechtigte Frage, aber für mich sowieso irrelevant. Ich war am ganzen Tag einfach nicht in der Lage, um vorne beim eigentlichen Renngeschehen mitzumischen. Auf den super engen Feldwegen mit den 90-Grad-Kurven wurden fast Stehversuche unternommen, weil die Leute zu zweit oder zu dritt nebeneinander dort rumfahren wollten. Stop-and-Go war angesagt - und die Pferde-Antritte aus diesen "Stehkurven" heraus forderten einem so viel ab, dass man froh sein konnte, bei den Windkanten-Passagen mit 55 km/h den Anschluss zu halten. Aber sich im Feld vorarbeiten? Ne, das klappte nicht. Dazu müsste man schon in einer kleineren Gruppe unterwegs sein, damit man speziell in der Feldweg-Passage Energie in den Kurven sparen kann. Das kam der Ausreißergruppe sicherlich auch entgegen. Dass aber nicht alle im Feld das mitbekommen hatten, kann man wohl auf einigen Bildern erkennen. Da sieht es nämlich so aus, als ob an der Spitze des Feldes um die Durchfahrtprämien gesprintet wurde, obwohl die natürlich an die Ausreißer ging. Ach, und wer sich jetzt beim Durchlesen denken sollte, ob das nicht unfair ist, dass man einen Sturz im Feld ausnutzt, um sich mit einer Attacke abzusetzen: Nein, das ist nicht unfair, sondern ganz normaler Radsport in den Bereichen Amateur/Jedermann. Ich hatte es ja vor einigen Jahren schon hier im Blog festgehalten, dass in solchen Situationen immer von mehreren Fahrern das Tempo verschärft wird. Das ist ganz normal. Was man im Fernsehen teilweise sieht, dass das Tempo bei Stürzen rausgenommen wird, ist halt nur im Profisport so. Bei Sturz und Defekt bei Amateur- und Jedermannrennen ist das Rennen eben schnell gelaufen. Das erlebe ich jetzt schon seit so vielen Jahren so, dass man das halt einfach so hinnehmen muss und das auch niemandem vorwerfen kann, wenn er so was ausnutzt. Fußballspieler versuchen ja auch ständig Freistöße und Elfmeter zu schinden, indem sie den Schiedsrichter täuschen. Wie heißt es auch im Englischen? "Don't hate the player, hate the game."

Bellheim hat mir jedenfalls super gefallen und nächstes Jahr ist das wieder fest eingeplant. Klar, der Kurs vom Straßenrennen ist auch etwas verrückt, aber wer Radrennen fährt, muss ja auch ein bisschen verrückt sein. ;) Ebenfalls geplant ist im nächsten Jahr das Kriterium in Meiningen. Klingt erst etwas komisch, weil ich eigentilch kein Freund des Kurses bin, aber durch meine Weiterentwicklung komme ich jetzt eigentlich doch ganz gut klar mit dem Kurs. Die Antritte waren dennoch ein Alptraum, weil mir meine ISG-Blockade noch nie so viele Schmerzen bereitet hat! 70 Runden KT-Kriterium - AUA! Aber wenigstens erstellt man in Meiningen ein vollständiges Ergebnis, daher machte es auch in der Schlussrunde noch Sinn, dass man bis zum Zielstrich Rennen fährt. In meinem Fall führte das zu meinem bisher besten "Karriereergebnis": Platz 13 bei einem KT-Rennen!!! Es gab auch keine Stürze, also insofern lohnt sich ein Start in Meiningen auf jeden Fall. Kriterien, bei denen nur Punkteträger ins Ergebnis aufgenommen werden, sind halt für einen Hobbyfahrer etwas doof. Ich hatte das früher ja schon gesagt: Als Hobbyfahrer willst du einfach deine Platzierung wissen, egal wie weit hinten sie auch sein mag! Das gehört zum Spaß dazu: Man will schwarz auf weiß nachlesen können, was man geleistet hat. Ich wäre z.B. schon zwei Mal bei Kriterien unter den ersten 20 gewesen, aber sieht man sich mein rad-net-Profil an, dann hat man den Eindruck, dass ich 2015 und 2016 an keinem einzigen Rennen auch nur teilgenommen hätte - außer beim BZF in Stadtsteinach. Da kann man den Leuten noch und nöcher erzählen, bei wie vielen Lizenzrennen man schon durchgefahren ist, aber die Leute können dann auch sagen, dass man das nur erfindet, wenn es keinen Nachweis dafür gibt. Auch der lizenzgebende Verein muss seinen Fahrern blind vertrauen können, dass sie die angegebenen Rennen tatsächlich gefahren sind, wenn es am Saisonende um das Einreichen der Saisonresultate geht und dort meistens einfach nur "Feld" steht.

Aber gut, für die Ergebniserstellung bin ich ja nicht zuständig, sondern dafür, wo im Ergebnis ich hingehöre. Mit meinem Training und meiner Fahrweise bei den Rennen kann ich ja selbst dafür sorgen, dass ich es auch auf eine Teil-Ergebnisliste schaffe. Momentan fällt mir das aber etwas schwer, denn in Meiningen habe ich mir ganz schön viel im Bewegungsapparat zerstört. War zwar schon beim Doc und der hat mir die ISG-Blockade mal gelöst, aber das Ding blockiert ja ständig neu. Die Muskulatur muss weich gemacht werden, gleichzeitig muss ich sie aber auch stärken - momentan alles ein bisschen das Prinzip der Katze, sie sich in den eigenen Schwanz beißt. Und die Blockade allein ist auch nicht das einzige Problem derzeit, denn die Oberschenkelmuskulatur wurde überbelastet, was zu einer heftigen Muskelzerrung geführt hat. Und damit muss ich nächsten Sonntag beim Heideradcup irgendwie durchkommen - denn das ist mein drittes anvisiertes Zielrennen der Saison. Ich hatte es ja schon mal gesagt: Ich hatte mir für diese Saison drei Trainingsziele vorgenommen, drei Rennen, bei denen ich ein bestimmtes Ergebnis erzielen wollte. Top 20 in Karbach - mit Platz 47 klar verfehlt. Top 10 in Ingolstadt - durch die Absage des Rennens so was von klar verfehlt. Und jetzt dann noch das Podest beim Heideradcup. Die Schmerzen durch ISG-Blockade und Muskelzerrung machen mir das Erreichen des Ziels nicht gerade einfacher, aber wenn ich mich an den Start stelle - und das werde ich -, dann quäle ich mich auch durch. Und für den Zielsprint kann ich die Probleme sogar zu einem Vorteil nutzen: Wenn es schmerzt, ist das ein Zeichen, dass ich den Oberkörper nicht richtig anspanne. Und nur wenn ich den Oberkörper richtig anspanne, kann ich auch optimal sprinten. Die Schmerzen werden mich also dazu zwingen, einen besseren Sprint zu fahren - zumindest hoffe ich das. ;)

Mittwoch, 9. August 2017

Vor Bellheim in Bamberg bei KT/ABC durchgefahren

Okay, okay - ein kleiner Schönheitsfehler: Eine Runde Rückstand. Aber nachdem ich wie im Vorjahr nach ungefähr 10 Runden die Wirkung von Overpacing in den Beinen spürte, dachte ich gewiss nicht, dass ich nach der Überrundung die restlichen 50 Runden ohne ernsthafte Probleme in einem KT/ABC-Fahrerfeld mithalten würde! Und wenn ich KT/ABC schreibe, meine ich vor allem KT/AB - denn als ich die Starterliste überflog, fand ich kaum C-Fahrer. Von vielleicht 50 Fahrer waren wohl 40 KT/AB-Fahrer am Start. Da ich trotz des Rundenrückstandes aber nicht rausgenommen wurde, probierte ich einfach im zweiten Anlauf, wie lange ich mithalten kann - und das klappte eben bis zum Rennende. Das war für den Kopf dann also doch schon sehr gut, dass man bei so einem Rennen die Zielflagge gesehen hat.

Zum Rundenrückstand an sich gibt es auch nicht viele Fragezeichen. In den ersten zehn Runden war das Feld noch nicht richtig sortiert und es kam des öfteren zu Zweierreihen in den Kurven. Da gingen locker 10 km/h verloren, was die Datenanalyse offenbarte, aber der Schnitt war der gleiche wie eigentlich während des gesamten Rennens - immer um die 43 km/h. Diese verlorenen 10 km/h musste man also durch entsprechend intensivere Antritte aus den Kurven heraus ausgleichen - und das war für mich dann einfach immer noch zu viel. Ich muss auch sagen, dass ich in den restlichen 50 Runden auch komplett am persönlichen Limit gefahren sein muss, selbst wenn ich keine ernsthafte Krise mehr hatte und sogar teilweise Löcher zudrückte, die vor mir platzende Fahrer aufgehen ließen. Dennoch war da nicht wirklich Luft nach oben. Insofern war der Rundenrückstand also nur logisch, weil diese 10 km/h Verlust in den Kurven dann genau das waren, was über meinem persönlichen Limit lag. Dennoch bleibt die Erkenntnis, dass ich den Abstand zu den richtig guten Fahrern der Klassen A und B sowie den KT-Profis verringert habe und jetzt so nah an diesen Leuten dran bin wie nie zuvor. Das tut dem Kopf einfach gut und lässt einen in Zukunft auch über weitere Starts bei KT/ABC-Rennen nachdenken.

Am nächsten Wochenende steht aber erst mal Bellheim an. Überweisung ist getätigt, die Unterkunft gebucht - und dann seh ich mal, ob ich bei dem C-Kriterium am Samstag mehr als 10 Runden packe. Denn letztes Jahr zeigte sich ja bei meinem ersten Pfalzwochenende, dass die C-Kriterien in der Pfalz richtig heftig sind. Am Sonntag steht dann mit 120 km das längste Radrennen an, bei dem ich bisher mitgefahren sein werde. 120 km in der C-Klasse - ist das nicht auch gleichzeitig das längste C-Rennen Deutschlands?!? Der Kurs ist allerdings flach und somit was für Sprinter, weshalb ich genau wie so viele andere C-Fahrer von einer Top-Ten-Platzierung träume. Ein sehr interessantes, spannendes Wochenende, nach dem ich meine weitere Saisonplanung auch unter Umständen nochmal etwas anpassen werde. Ach was, da baue ich doch keine unnötige Spannung auf: Sollte ich es in die Top Ten schaffen, würde ich in zwei Wochen vermutlich nochmal ein Pfalz-Wochenende mitmachen, weil da immerhin ein Rundstreckenrennen auf einem 4,5-km-Kurs ansteht. Ansonsten würde ich bis zum Heideradcup im Training bleiben.

Mittwoch, 2. August 2017

Wunden lecken nach der "Tour der Leiden"

Die Erzgebirgstour hat mächtig gewaltig reingehauen, wobei die Königsetappe mit u.a. dem Fichtelberg das härteste Rennerlebnis war, das ich bisher erlebt habe. Heftig, heftig, heftig ... und aua, aua, aua. ;) Selbst nach vier Ruhetagen brauchte ich noch vier weitere Tage auf dem Rad, um die Müdigkeit langsam rauszufahren. Dabei erzielte ich am Montag als Nebenprodukt beim ersten Schwellenkreuzen der Saison gleich mal eine neue Watt-Bestleistung über 20 Minuten - über 20 Watt mehr als bei meinem CP30-Test. Was genau das bedeutet, sei mal dahingestellt: Beim Schwellenkreuzen hat man ja eine ungleichmäßige Fahrweise, was wohl auch für mehr Wattspitzen sorgt und den gemessenen Schnitt in die Höhe treibt. Dennoch geht es den Beinen von Tag zu Tag besser, auch meinem Sitzknochenproblem, weshalb ich mich jetzt doch langsam mit der Rennplanung für die zweite Saisonhälfte beschäftigen kann.

Samstag stelle ich mich lustigerweise wieder an den Start des KT-Rennens in Bamberg. Für die Woche drauf will ich heute noch eine Unterkunft für Bellheim suchen. Ende August könnte ich dann nochmals ein Pfalz-Wochenende angehen, falls Bellheim gut laufen sollte. Im September wäre dann am 10.9. ein Einzelzeitfahren bei Dingolfing, das meines Wissens nach über Jahre hinweg ein reines Jedermann war, aber dieses Jahr auch für Lizenzklassen ausgeschrieben ist. Es gibt sogar getrennte Klassenwertungen für ABC. Ich finde das durchaus interessant, aber da ich zum Zeitpunkt des EZFs in Torgau beim Heideradcup am Start stehe, klappt das halt nicht. Stichwort: Terminüberschneidung. Und die gibt es in der Folgewoche erneut...

Am 17.9. gab es generell drei Termine: B-Kriterium in Ansbach, B-Rennen in Sebnitz und Jedermann-EZF in Bayreuth. Da ich meinen Schwerpunkt dieses Jahr auf Straßenrennen gelegt habe, was Sebnitz der Favorit. Ansbach hatte sich sowieso schon neulich aus der Liste genommen, weil das im Terminkalender noch als B-Rennen geplante Elite-Rennen nun doch auch ein KT-Rennen ist - aber immerhin noch KT/ABC. Heute kam die Ausschreibung für Sebnitz raus und da habe ich die Mundwinkel gleich mal ganz weit nach unten hängen lassen müssen: PT/KPT/KT/AB - WTF?!? Okay, dann kann ich mir die 3 Stunden Anfahrt nach Sebnitz wenigstens sparen - es sei denn, ich steige in der Zwischenzeit sensationell in die B-Klasse auf. ;)

Nach dem Heideradcup ist also noch ein kleines Loch im Rennkalender. Gut möglich, dass ich das EZF in Bayreuth nutze, um weitere Erfahrung im Zeitfahren und mit dem Zeitfahrlenker zu sammeln, denn ein Start beim Riderman Ende September ist sehr wahrscheinlich. Möglicherweise geht die Reise im September aber auch einfach nochmal für ein Wochenende in die Pfalz, denn dort bietet man ja immer noch regelmäßig Rennen für C-Fahrer an. Leider sind die meisten davon Kriterien - und man sollte ja wissen, dass ich nicht gerade der größte Fan von Kriterien bin. Für Straßenrennen nehme ich mittlerweile auch schon größere Anfahrten auf mich (Hockenheim, Heideradcup, Görlitz), aber so ist das halt: Man folgt seinem Herzen...

Mittwoch, 19. Juli 2017

Video Görlitz und Aussicht auf die Erzgebirgstour

In Görlitz lief es ja eher durchwachsen für mich, die eher kurzen Steigungen wurden knallhart im anaeroben Bereich gefahren - ein Bereich, in dem ich im Training nicht wirklich viel gearbeitet hatte. Dachte einfach nicht, dass ich das bei einem Straßenrennen großartig brauchen würde, aber zwischen den kurzen Steigungen ist das Feld immer langsam genug gefahren, damit man seinen "AA-Akku" wieder aufladen konnte - aber mein "Akku" war halt nicht groß genug. Bewegte Bilder gibt es auch noch:


Rund um die Landeskrone Görlitz 2017 (Jedermann) von EyTschej

Als nächstes steht die Erzgebirgstour an. Planmäßig sollte ich jetzt in Topform sein - und bei Golden Cheetah sieht es im Leistungsdiagramm auch so aus, als ob ich den Trainingsplan ganz gut umgesetzt habe. In Topform ist der Körper aber auch meistens recht anfällig für kleinere Baustellen - und die machen mir seit Schleiz verstärkt zu schaffen. Da waren erst Sitzprobleme, die sich leider immer weiter verschlimmert haben. Letzten Sonntag, bei meiner "bergigen Rennersatzeinheit", war das schon viel Qual mit den Sitzproblemen. Außerdem war die Leistung nicht so, wie sie planmäßig eigentlich hätte sein sollen. In Schleiz hingegen war die Form überraschend gut. Mal sehen, ob es bei der Erzgebirgstour mit der Form doch klappt, denn all das liefert wieder Erkenntnisse für zukünftige Trainingsplanungen.

Weitere kleine Baustellen schließen sich langsam, aber auch die rechte Wade meldet sich gerade wieder. Vor einem Jahr fing es damit an, seitdem habe ich die rechte Wade eigentlich nie wieder so richtig hinbekommen. Ist immer etwas verkrampft, das ist kein schönes Gefühl, aber mit ein bisschen Adrenalin behindert es einen auch nicht wirklich. ;) Eine Bindehautentzündung hatte ich auch noch und möglicherweise Probleme mit zu viel Magensäure - aber da gibt es erst nach der Tour weitere ärztliche Erkenntnisse.

Unter den Vorzeichen mit den kleinen Baustellen will ich die Tour vor allem durchstehen. Die fragwürdige Form ist eh nicht so das Problem, weil eine vordere Platzierung für mich so oder so nicht in Frage gekommen wäre. Beim Prolog-Zeitfahren (1. Etappe) habe ich mir jetzt eine Zeit um die 8:30 als Ziel vorgenommen und hoffe, dass ich damit wenigstens unter den besten 50 lande, besser unter den ersten 40. Die Top 30 halte ich da noch eher für unwahrscheinlich. Auf der 2. Etappe will ich dann natürlich versuchen, irgendwie bei den Sprints ums grüne Trikot mitmachen zu können. Die Gegengerade des Rundkurses ist aber sehr eng, darum wird das nicht leicht werden, sie zum Zeitpunkt der Sprints weit genug vorne zu finden, zumal es einige Teams gibt, die ihre Sprinter nach vorne fahren und vor allem vorne behalten können. Die richtige Positionierung im Feld ist für mich ja schon immer ein Problem gewesen, daran könnte die Jagd nach Grün also schon scheitern, noch bevor sie richtig für mich beginnen würde. Sprintpunkte sind jedenfalls mein großes Ziel für die 2. Etappe - und in der Gesamtwertung will ich keine Zeit verlieren.

Am zweiten Tag geht es dann mit einem Bergzeitfahren los, bei dem ich eigentlich die gleiche Zielsetzung wie für die 1. Etappe habe: Mindestens Top 50, besser Top 40. Da ich das Starterfeld aber nur schwer einschätzen kann, korrigiere ich diese Zielsetzung am Freitag Abend vielleicht schon nach oben. Man will sich ja lieber realistische Ziele setzen statt zu einfache. ;) Was ich aber auch ohne das Starterfeld schon als Zielsetzung habe, sind natürlich die Wattwerte. Auf der 1. Etappe werde ich noch im Bereich mit 300 bis 350 Watt arbeiten, denn für 8:30 habe ich in dieser Saison schon 330 Watt hinbekommen. Allerdings war das am Berg und ich schaffe im Flachen ja normalerweise nicht so viel Watt wie bergauf. Ist einfach so, warum auch immer?!? Beim Bergzeitfahren, bei dem ich eine Zeit von 16 Minuten anpeile, kann ich die Watt schon etwas schlechter einschätzen, weil ich einfach die ganze Saison über noch nicht 16 Minuten lang bergauf intervalliert habe. 276 Watt hat Golden Cheetah bisher aufgezeichnet, die Modellkurve lässt aber auf 300 Watt schließen - und das ist dann auch mein Richtwert. Letzten Sonntag bin ich in der längeren Deckersbergsteigung noch ganz schön eingeknickt, aber hatte immerhin trotzdem noch 280 Watt. Aber gerade das spricht dafür, dass die 300 Watt ein guter Zielwert sind. Mal sehen, wie gut ich meine Zielwerte bei den beiden Zeitfahretappen dann erreichen kann. Beim Riderman hatte ich meinen Zielwert ja um so einiges verfehlt, aber mittlerweile habe ich mehr Daten, um meine machbare Leistung besser einschätzen zu können...

Die 4. Etappe beginnt dann mit einer Punktwertung, bei der ich natürlich nur noch reinhalten werde, falls ich in der Punktwertung noch eine Rolle spielen würde. Ansonsten steht vermutlich ungefähr eine halbe Stunde lang Kletterei auf dem Programm, das wird ganz schön zäh! Hauptsache, ich bin danach nicht isoliert, sondern noch in irgendeiner Gruppe. Auf der 4. Etappe, die auch die Königsetappe ist, geht es also vor allem ums Überleben. Das Ziel entspricht wie bei den Zeitfahren Minimum Top 50, aber besser Top 40. Nach dem Ergebnis von Görlitz werde ich gewiss nicht mehr den Fehler machen, dass ich das Ergebnis von Schleiz als neuen Standard für mich bei Kletterrennen sehe.

Die 5. und letzte Etappe wird dann hoffentlich wieder die Etappe, auf der ich ähnlich wie bei meinen zwei Teilnahmen an der Zollernalbtour am meisten gutmachen kann. Also nix mehr Top 50 als Minimum, denn ich will die Erzgebirgstour in der Endabrechnung in den Top 30 beenden - demensptrechend hoffe ich auch auf der Schlussetappe auf einen Platz unter den ersten 30.

Montag, 10. Juli 2017

Nachbetrachtung Strullendorf

In Strullendorf hatte ich mir eine offensive Fahrweise aus Startreihe 1 vorgenommen, um den Stop-And-Go-Fanatikern aus dem Weg gehen zu können. Das Aufstellen in Reihe 1 klappte schon mal, aber beim Start zog der Fahrer links von mir nach rechts, der Fahrer rechts von mir nach links - vielen Dank, Leute!!! Muss das echt sein, dass man gleich zu Beginn eines Rennens in die Fahrlinien anderer Fahrer reinziehen muss? Sportlich fair ist anders ... fahrt doch einfach nur geradeaus los!!!

Nachdem ich also von Stan & Laurel ausgebremst wurde, war der Start jedenfalls schon mal verbockt, aber ich konnte mich innerhalb der ersten Runde trotzdem recht gut vorarbeiten. In der zweiten Runde kam ich auf der Gegengeraden sogar ganz nach vorn und konnte dir Kurven 3 und 4 endlich mal auf der Ideallinie anfahren - zum einzigen Mal in den 60 Runden! Man geht dann auf der Gerade ganz normal aus der Führung und will sich nur ein paar Positionen weiter hinten wieder einreihen, aber schon das ist zu weit hinten, musste ich feststellen. Spätestens ab Position 10 halten die Fahrer nix davon, dass man Ideallinie fährt und möglichst viel Geschwindigkeit durch die Kurven mitnimmt. Stattdessen quetscht man sich links und rechts neben den vorderen Fahrer, denn zu dritt nebeneinander fährt man ja bestimmt schneller durch die Kurve, was? Ist mir schleierhaft, wo dieses Kurvenfahrverhalten herkommt. Ich hatte es im Beitrag zu Schleiz ja schon ausgeführt, dass ich bei den Hobbykriterien dazu gezwungen wurde, vernünftig durch Kurven zu fahren. Man muss aber auch sagen: Durch die kleineren Starterfelder bei den Hobbykriterien hatte man auch viel eher die Chance dazu, dass man lernen konnte, Ideallinie zu fahren.

Denn man muss klar bedenken: Wenn bei Hobbykriterien mal mehr als 20 Fahrer am Start waren, ging es auch schnell damit los, dass sich immer mal wieder ein paar Fahrer in der Kurve neben einen quetschten, weil sie lieber eine Position durch zu spätes Bremsen und Schneiden der Ideallinie gutmachen wollten statt mit mehr Geschwindigkeit aus der Kurve rauszukommen, wenn sie einfach nur am Hinterrad des Fahrers auf der Ideallinie geblieben wären. Bei Lizenzkriterien sprechen wir aber noch von deutlich mehr Fahrern, die sich durch diese engen Kurven drängeln wollen, in den es aber gerade durch die enge Fahrbahn eigentlich nur eine einzige Fahrlinie gibt: Die Ideallinie! Es gibt ja auch Straßenrennen mit breiten Kurven, teilweise auf Bundesstraßen. Da kann das Feld dann auch locker in Zweier- oder Dreierreihe rumziehen und es geht kaum Geschwindigkeit verloren. Bei Kriterien aber ist das anders - und das muss man dann auch erst mal lernen.

Insofern muss man klar sagen, dass ich von den vielen Hobbykriterien profitiert habe. Ich konnte dort lernen, was ich bei Lizenzkriterien in dieser Form eigentlich nicht lernen könnte - und das ist wohl auch der Grund, weshalb so viele C-Fahrer so ein "ausbaufähiges" Kurvenfahrverhalten haben. Das ist so eine Art Teufelskreis: Wenn sich das Feld vor den Kurven immer staut, kann man nie lernen, mit welcher Geschwindigkeit und zu welchem Zeitpunkt man an welcher Stelle wie scharf einlenken muss, um mit möglichst viel Geschwindigkeit durch eine Kurve knallen zu können. Und so lange man das nicht gelernt hat, wird es wohl immer wieder zu Fehlverhalten kommen, die zu eben jenen Staus vor den Kurven führen. Insofern verkommt so ein Rennen dann für 90 % des Starterfeldes eher zu einem exzessiven Antrittstraining, was für die 10 % vorne umso besser ist. Die sparen Runde für Runde und Kurve für Kurve zahlreiche Körner, die sie dann in den Wertungsrunden nutzen können, während der Großteil des Feldes immer nur gefühlt "aus dem Stand" mit 1000-Watt-Antritten Runde für Runde sinnfrei Energie verpulvert.

Neu ist dieses Kurvenchaos ja nicht, ich habe das im letzten Jahr schon mehrmals erlebt und habe daher damit gerechnet, aber es ist mir halt einfach nicht gelungen, ein passendes Gegenmittel zu finden. C- bzw. BC-Kriterien sind eine Art Rätsel, das man lösen muss. Das Ziel ist es, dass man stets unter den ersten 10 Positionen fährt und bloß nicht in den Teil des Feldes zurückfällt, der sich in den Kurven gegenseitig auf die Schultern klopfen will. Fällt man doch in den Teil des Feldes zurück, den man auch als das "Feld der Verdammten" bezeichnen kann, wäre das Ziel, dass man irgendwie wieder unter die ersten 10 kommt. Mit der Brechstange gelang mir das sogar einmal, aber dann war der Akku erst mal so leer, dass ich auf der nächsten Geraden aus den Top Ten wieder rausfiel und ich bei der Anfahrt zur Kurve schon wieder von links und rechts in die Mangel genommen wurde, obwohl ich gar keinen Abstand zum Vordermann gelassen hatte. Da war keine Lücke. Wo wollten die Fahrer links und rechts von mir also überhaupt hin?!? Warum bleiben die nicht einfach auf der Ideallinie?!? Fragen über Fragen, die man als C-Fahrer aber irgendwie beantworten muss, wenn man auch mal in die Ergebnisliste kommen will. Und in Strullendorf würde ich das eigentlich schon ganz gern! Hat dieses Jahr aber wieder mal nicht geklappt, also muss ich es nächstes Jahr erneut probieren. Die Fahrer, die es ins Ergebnis geschafft haben, konnten das "Mysterium Lizenzkriterium" schließlich auch erfolgreich lösen...