Disclaimer - wenn man so will

In meinem Sport-Blog schreibe ich über meine Sporterlebnisse teilweise ernsthaft, teilweise aber auch mit überspitztem Humor - den Unterschied sollte man erkennen, wenn man mich persönlich kennt ;) Generell gilt: Wer die Dinge, die ich hier schreibe, zu ernst nimmt, ist selbst schuld ;)

Teams 2017

Team 2017

2017 fahre ich Lizenzrennen für RMV Concordia Strullendorf 1920 e.V. und ausgewählte Jedermannrennen

Donnerstag, 8. Februar 2018

CP-Testreihe 2016 und 2017 im Vergleich

Ich wollte ja mal etwas zu den CP-Testreihen schreiben. 2016 habe ich nach dem letzten Rennen eine komplette Serie begonnen, was für mich zu dem Zeitpunkt noch Neuland war, nachdem ich die Wattkurbel erst Ende August gekauft hatte. Friel verwendet eine Testserie mit der maximalen Belastung über folgende Zeitspannen: 12 Sekunden, 1 Minute, 6 Minuten, 12 Minuten und 30 Minuten. Wenn man eine Trainings-Software wie z.B. Golden Cheetah hat, füttert man die einfach mit den Daten dieser Tests und bekommt dann eine ganz nette CP-Kurve, der man speziell für EZFs entnehmen kann, welche Zielwerte für welche Belastungsdauer man sich realistisch vornehmen kann. Außerdem spuckt die Software einen FTP-Wert aus, mit dem man seine Trainingsbereiche für die folgenden Trainingsmonate festlegen kann. Beim 30-Minuten-Test bekommt man zudem "ganz nebenbei" auch noch einen guten Anhaltspunkt für den Schwellenpuls.

2016 hatte ich eine Woche nach dem Riderman mit 12 Sekunden und 1 Minute angefangen, wobei man damals noch spätsommerliche Temperaturen hatte. 1149 Watt für 12 Sekunden und 723 Watt für 1 Minute waren meine Ergebnisse. Die 12 Sekunden hatte ich ein paar Wochen vorher im Rahmen eines "Sprintleistungstests" aber schon mal mit 1158 Watt hinbekommen. Die 9 Watt kann man aber wohl vernachlässigen, das war generell das gleiche Niveau. Was hätte sich innerhalb eines Monats auch großartig ändern sollen? Aufgrund eines Temperatursturzes hatte ich diese Tests aber im Oktober nochmal wiederholt: 1143 Watt für 12 Sekunden und nur noch 648 Watt für 1 Minute! Hoppla, wieso so ein gravierender Unterschied bei 1 Minute?!? Der größte Unterschied waren 10 Grad weniger - konnte der Temperatureinfluss so groß sein? Das konnte ich mir nicht so recht vorstellen. Also springen wir mal ins Jahr 2017: 1137 Watt für 12 Sekunden und 701 Watt für 1 Minute. Aha! Bei 12 Sekunden hatte ich zwar einen niedrigeren Wert, aber für 1 Minute war ich fast wieder auf dem Top-Wert von einem Jahr zuvor - diesmal aber bei niedrigeren Temperaturen! Man könnte also auch sagen: Eine Steigerung von 648 Watt auf 701 Watt. Alles in allem würde ich aber nicht von einer Steigerung sprechen. Sowohl bei 12 Sekunden als auch bei 1 Minute habe ich mein Leistungsniveau einfach nur mehr oder weniger gehalten. Tendenziell habe ich während des Trainingsjahres aber dennoch Fortschritte gemacht, denn bei vorherigen Tests hatte ich über 1 Minute meistens nur noch um die 650 Watt, also waren die 701 Watt zum Saisonende doch nochmal eine Verbesserung. Oder lag das nur daran, dass der Erschöpfungsgrad niedriger war?!? Bei den 12 Sekunden habe ich übrigens noch "zufällig" zwei Wochen später einen neuen Top-Wert von 1183 Watt erzielt, was meiner Ansicht nach ebenfalls für zwei Dinge spricht: Zum einen eine tendenzielle Steigerung durch das zweite ordentliche Trainingsjahr, zum anderen ein Beleg für den niedrigeren Erschöpfungsgrad zum Zeitpunkt des Top-Werts. Bei diesen kurzen Tests scheint man den Testwert also steigern zu können, wenn man etwas mehr Erholung hatte.

Sehen wir uns mal den 6-Minuten-Test an: Im Oktober 2016 kam ich auf 366 Watt und fand den Wert damals definitiv zu niedrig. Bei weiteren CP6-Tests stellte sich aber heraus, dass ich das noch (viel) niedriger kann. ;) Nur Ende Juni 2017 hatte ich mit 369 Watt mal einen höheren Wert, ansonsten kam ich nicht mal auf 350 Watt. Im Oktober 2017 hatte ich dann 363 Watt. Im 6-Minuten-Bereich ist also definitiv kein Fortschritt zu erkennen, das ist Stagnation pur - und somit werde ich dieses Jahr auch etwas mehr dafür tun, dass ich meine Leistung im Bereich für bis zu 6 Minuten verbessere. Da hatte ich in den ersten beiden Jahren zu wenig getan, weil mir das einfach auch zu schwer fiel. Die Trainingsprogramme, um sich in diesem Bereich zu verbessern, hauen echt rein und sollten eigentlich auch erst nach zwei ordentlichen Trainingsjahren genutzt werden. Das ist dieses Jahr der Fall, da werde ich mich dran versuchen.

Während ich für CP6 nur wenig getan hatte, zielte meine Trainingsarbeit im zweiten Trainingsjahr (aber eigentlich auch schon im ersten) vor allem auf eine Verbesserung des Leistungsbereichs an, der beim 12-Minuten-Test beansprucht wird. Im Oktober 2016 hatte ich hier 286 Watt, was mir damals überhaupt nicht gefiel. Schon im März 2017 konnte ich mich dann erfreulicherweise auf 296 Watt steigern, Ende September 2017 knackte ich mit 319 Watt sogar gleich souverän die 300er-Marke. Hier sieht man also eine klare, kontinuierliche Verbesserung, was eben auch sicherlich das Resultat der entsprechenden Trainingsarbeit für diesen Leistungsbreich ist. Wir sprechen hier von 33 Watt über 12 Minuten innerhalb eines Jahres - das ist schon mal sicherlich eine ganze Stufe besser! Gleichzeitig sagt mir das auch, dass ich mich über 6 Minuten also ebenfalls um wenigstens 30 Watt innerhalb eines Jahres steigern können sollte - eigentlich sogar noch um mehr Watt, weil es ja gerademal die halbe Belastungsdauer ist. Über 6 Minuten sollten also 400 Watt ein persönliches Ziel darstellen. Wäre auch wirklich gut, wenn ich das hinbekommen würde, denn in Karbach z.B. hätte ich letztes Jahr genau diese Leistungsfähigkeit gebraucht, um vielleicht mit dem Hauptfeld durchzukommen.

Besonders interessant ist dann der 30-Minuten-Test, der aber natürlich auch sehr schwierig umzusetzen ist. Man braucht eine Strecke, auf der man 30 Minuten durchfahren kann - aber genau das war bei meinem ersten Test 2016 schon mal nicht der Fall, weil irgendein Autofahrer mitten in Velden auf der Straße "parkte". 260 Watt erzielte ich damals, was ein viel zu niedriger Wert war. Schätzungen der Trainings-Software waren eher im Bereich von 290-310 Watt. Als ich nach dem Test dann den daraus resultierenden FTP-Wert eingestellt hatte, war mein TSS plötzlich deutlich über 100 pro Stunde - obwohl der maximale TSS-Wert pro Stunde exakt 100 sein sollte, falls man tatsächlich eine Stunde lang am Limit fährt! Die 260 Watt waren also generell ein schlechtes Testergebnis. Nicht nur, weil sie ein schwaches Leistungsniveau zum Ausdruck brachten, sondern auch, weil das Ergebnis an sich einfach zu niedrig gewesen ist. Ganz so schlecht war mein Niveau nämlich doch nicht, aber ich bekam es offenbar nicht vernünftig hin, 30 Minuten lang am persönlichen Optimum zu fahren. Im April 2017 hatte ich beim nächsten CP30-Test wenigstens schon 273 Watt als Ergebnis. 13 Watt über 30 Minuten - das ist schon mal nicht schlecht und sprach zu dem Zeitpunkt vor allem dafür, dass die Qualität meines zweiten CP30-Tests besser als beim ersten Mal war. Ich hatte auch kein parkendes Auto als Hindernis. ;) Im August fuhr ich dann ein Intervall zum Schwellenkreuzen - nicht mehr, nicht weniger. Zu meiner Überraschung erzielte ich dabei 281 Watt über 30 Minuten. Das war gar kein Fahren am persönlichen Limit, drum wertete ich das mal vor allem als Beleg dafür, dass sich mein allgemeines Leistungsniveau durch das richtige Training weiter verbessert hatte. Beim CP30-Test im Oktober wiederholte ich dann diese 281 Watt. Alles in allem also genau wie bei CP12 ein Beleg für eine Leistungssteigerung und dafür, dass das Training mich genau in den Bereichen verbessert hat, wo ich es mir auch vorgenommen hatte. Da ich über 12 Minuten aber auch erst knapp über 300 Watt bin, wäre es jetzt wohl etwas unrealistisch sich vorzunehmen, dass ich beim CP30-Test in diesem Jahr gleich die 300 Watt knacken kann. Eine Steigerung auf 290 Watt wäre auch schon erfreulich.

Die CP-Testreihen spiegeln also schon ganz gut wider, in welchen Bereichen man gut trainiert hat. Sie zeigen vor allem, dass man im Training tatsächlich gezielt an bestimmten Dingen arbeiten kann und vielleicht auch muss. Klar, am liebsten würde man jederzeit alles mögliche verbessern wollen, aber das funktioniert eben nicht. Die Langzeitbelastungen habe ich gut verbessert, das war der Schwerpunkt, aber in diesem Jahr steht die mittlere Belastungsdauer im Fokus: CP6. Die Trainingsarbeit für diesen Bereich wird kein Zuckerschlecken, kein Kindergeburtstag. Aber wenn der Bewegungsapparat diese Tortur zulässt, wird sich das am Ende in Form von mehr Spaß bei den Rennen auszahlen. Oh, und natürlich auch mehr Spaß bei der Jagd nach Strava-KOMs. ;)

Freitag, 22. Dezember 2017

Zündung der nächsten Stufe

Meine dritte Saison mit Training nach System - natürlich hoffe ich, dass ich 2018 abermals eine neue Stufe zünden kann. Beim bisherigen Training musste ich leider feststellen, dass ich die ersten zwei Wochen der Friel-Phase Grundlagen 1 nicht so gut durchziehen konnte wie im letzten Jahr, obwohl der Umfang der gleiche ist. Im Gegensatz zum Vorjahr habe ich mir diesmal nämlich keine Steigerung des Trainingspensums vorgenommen. Das hat sich wohl jetzt schon als die richtige Entscheidung erwiesen, denn ich habe die dritte intensive Woche einfach durch eine Regenerationswoche ersetzt - mein Kopf hatte es nötig!

In der Zwischenzeit habe ich auch mal wieder die Selbsttests nach Friel absolviert, also seine Fragen zu den eigenen Fähigkeiten und so. Aus irgendeinem Grund scheint Sprint immer noch eine große Schwäche zu sein, dafür scheine ich aber eine viel besserer Zeitfahrer geworden zu sein. ;) Man darf diese Fragen also sicherlich nicht überbewerten, aber dennoch gab es einige Änderungen zu den beiden Vorjahren, die sich plausibel anhören und meine Verbesserungen belegen. Das wäre also der eine theoretische Teil bei Friel zu Beginn eines neuen Trainingsjahres, der andere ist der Jahrestrainingsplan mit seinen jeweiligen Schwerpunkten. Und da bin ich noch etwas am Jonglieren, da steht noch nicht alles so fest wie in den beiden Vorjahren. Woran liegt das?

Da wäre zum einen das aktuelle Motivationsproblem, das eine unplanmäßige Regenerationswoche erfordert hat. Schon verschiebt sich natürlich alles ein bisschen. Da ich bei der Planung der Trainingsschwerpunkte auch noch keine Aktualisierung vorgenommen habe, stehen also auch die Inhalte der späteren Trainingsphasen noch nicht ganz fest. Sicherlich werde ich mich aber an mehr AA-Inhalten versuchen als in den ersten beiden Jahren. Gleichzeitig werde ich diese 90-sekündigen Belastungen mit CP6-Intensität in die Tonne kippen, weil ich nicht wirklich den Eindruck hatte, dass mir das im Hinblick auf die jeweiligen Rennen irgendwas gebracht hätte. Das einzige, was mir diese Intervalle brachten, waren ein paar KOMs auf Strava. Insofern werde ich für die Vorbelastungen in den "wichtigen" Wochen einen anderen Ansatz suchen. So viel zu den angedachten inhaltichen Änderungen im diesjährigen Trainingsplan.

Ein weiterer Grund, weshalb der Jahrestrainingsplan noch nicht ganz steht, sind auch die etwas späten Terminverschiebungen bei einigen Rennen. In den letzten Tagen gab es gleich für 3 Rennen meines Rennkalenders neue Termine: Kulmbach, Hockenheimring und Heideradcup. Die Verschiebung von Kulmbach vom 28.4. auf den 12.5. bedeutet auch, dass ich nun endgültig wie im Vorjahr erst am 1.5. ins offizielle Wettkampfgeschehen eingreifen werde. Ursprünglich hatte ich den frühen Termin von Kulmbach als Motivation dafür benutzt, besser durch den Winter zu kommen und Anfang oder Mitte April schon einzusteigen, aber jetzt belasse ich es wohl beim Einstieg beim ersten Dienstagabendrennen in Kulmbach und der anschließenden Teilnahme bei den bayerischen Zeitfahrmeisterschaften in Weiden. Und ja, diesmal gehe ich beim Lizenz-Wettbewerb an den Start. ;)

Der neue Termin von Kulmbach fiel dann zunächst mit dem ursprünglichen Termin vom Hockenheimring zusammen. An dem Wochenende hatte ich eigentlich einen Trip nach Hockenheim und am nächsten Tag nach Leimersheim geplant, weshalb es mit Kulmbach nix geworden wäre. Allerdings wurde der Termin für den Hockenheimring jetzt für den 4.8. verkündet, was die Planung entsprechend ändert. Ich starte also doch in Kulmbach, dafür aber nicht in Leimersheim - aber auch nicht am Hockenheimring. Am 4.8. ist das Gartenstadt-Kriterium in Bamberg. Mehr muss ich ja wohl nicht sagen. ;)

Für den Jahrestrainingsplan sollte man sich auch zwei oder drei klare Rennziele vornehmen. Aufgrund der ursprünglichen Termine lauteten die Ziele wie folgt: 1. Top Ten in Strullendorf, 2. Durchkommen bei der Oderrundfahrt und 3. Teilnahme am Heideradcup. Nun mag man denken: "Nanu? Heideradcup ist doch Jedermann, da muss man sich doch einfach nur anmelden, um teilzunehmen?" - Jein! Seit diesem Jahr hängen ja auch ein paar Radsportvereine der Region mit dran und haben erreicht, dass der ursprüngliche Jedermann-Event um zwei Lizenzrennen erweitert wurde. Ein Senioren-Rennen ab Senioren 2, wofür ich "noch zu jung" bin, und ein KT/AB-Rennen, wofür ich noch zu schlecht bin. ;) Der Termin am 16.9. schien mir daher aber optimal zu sein, um meinen Traum vom Aufstieg in die B-Klasse zu unterstreichen. Wäre mir der Aufstieg gelungen, hätte ich in Torgau also ein Lizenzrennen fahren dürfen. Darauf wollte ich im Schlussdrittel der Saison einfach hinarbeiten. Allerdings muss ich mir jetzt doch noch irgendwas anderes als drittes Saisonziel suchen, denn der Heideradcup wurde auf den 26.8. vorverlegt. Für den 25.8. habe ich mir aber meinen ersten Auslandsstart beim "Radweltpokal" in Österreich vorgenommen. Denke nicht, dass ich einen Tag nach einem Rennen in Österreich gleich bei einem Rennen hinter Leipzig am Start sein werde. Klingt mir etwas zu wild.

Also, ich bastel noch etwas an meinem Jahrestrainingsplan, um eben noch eine weitere Stufe zünden zu können - und die reicht dann hoffentlich für den Aufstieg in die B-Klasse. Einfach nur bei möglichst vielen Lizenzrennen durchkommen, ist für mich nach dieser Saison einfach kein Ziel mehr - denn genau das habe ich ja dieses Jahr erreicht. ;) Und wie beim Hochsprung, so muss man die Latte nach erfolgreicher Erfüllung eines Ziels eben weiter nach oben legen. ;)

Die beste Erkenntnis zum Jahresende ist aber auf jeden Fall dieses: Körperlich fühle ich mich wieder besser, zwar noch nicht wieder ganz beschwerdefrei, aber das bin ich seit 2009 sowieso nicht mehr gewesen. ;)

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Saisonende 2017 und Ausblick auf die neue Saison 2018

Auf Strava hatte ich ja schon geschrieben, dass ich wegen anhaltender Probleme mit der ISG-Blockade bzw. der "geschrotteten" Muskulatur, die diese Blockade so schmerzhaft gemacht haben dürfte, die Saison etwas früher als gewünscht beenden musste. Nach Ansbach war Schluss, weil ich die Schmerzen einfach nicht mehr ausgehalten habe. In der Zwischenzeit habe ich dann hier übrigens mal das Layout etwas verändert und auch Strava etwas mehr eingebunden. ;)

Bei einem Arzt war ich in der Zwischenzeit nicht, weil die Sachlage relativ klar war. Probleme mit der Oberschenkelmuskulatur zum hinten Rücken hin. Ich dachte an eine Zerrung durch Überbelastung - und bei einer Zerrung hätte man einfach abwarten müssen. Dehnen und Massage bringen da ja nix. Wenn sich nach einem Monat aber nix entscheidendes tut, ändert man den Lösungsansatz doch. Gang zum Arzt? Nein, natürlich nicht. Mit muskulären Problemen kennen die sich ja nicht aus. Da muss schon ein Knochen durch sein oder eben irgendwas blockiert sein. Bei muskulären Problemen wird nix weiter untersucht und es endet immer nur mit dem Ratschlag "Mal eine Zeit lang keinen Sport machen." Wenn man aber lange genug Sport gemacht hat, kennt man sich mit den verschiedenen Problemen auch als Laie etwas aus. Ich habe also doch mal den Massage-Ansatz verwendet, der eine Zerrung normalerweise sogar schlimmer machen könnte. Dabei ging es um die Suche nach den schmerzhaftesten (= verhärtetsten) Muskelpartien, die ich dann mit einem Tennisball bearbeitet habe. Jetzt am 3. Tag. Die Schmerzen lassen schon etwas nach, der ganze Bereich fängt generell langsam an, sich endlich wieder etwas lockerer anzufühlen. Hmmm ... vermutlich sollte ich aber dennoch auch ein paar Termine beim Fachmann reservieren, also beim Physio. Wenn die epischen Wartezeiten bei dem mit Abstand besten Physio der Gegend halt nur nicht immer so abschrecken würden. Und dann immer diese ulkigen Rezepte, die innerhalb von zwei Wochen nach Ausstellung begonnen werden sollen, obwohl man mit zwei Monaten (!) Wartezeit rechnen muss. All diese Begleitumstände nerven und führen im Endeffekt nur dazu, dass man keinen Bock auf die ganze Sache hat - obwohl sie notwendig ist und man den Sport und das Leben allgemein in der Folge gleich wieder auf einem völlig anderen Niveau genießen kann! Schritt 1: Termine sichern. Schritt 2: Ein paar Wochen lang selbst massieren. Schritt 3: Nach mehreren Wochen das passende Rezept holen. Schritt 4: Mit der Physio-Therapie anfangen. Wenn man die ersten drei Schritte doch nur irgendwie umgehen könnte...

Ansonsten habe ich das vorzeitige Saisonende dazu genutzt, um schon etwas früher mit meiner CP-Testreihe zum Saisonende anzufangen. Dazu demnächst mal am besten ein eigener Blog-Eintrag. Außerdem habe ich meine Rennauswertungen seit der Erzgebirgstour nachgeholt. Das hatte ich nämlich etwas schleifen lassen. Mag sein, dass diese Auswertungen also auch nicht so wichtig sind, obwohl Friel in seinem Buch zu so etwas rät. Auch zu den Auswertungen könnte ich in einem einzelnen Beitrag mal etwas mehr schreiben. Es ist jedenfalls auffällig, dass mein Puls-Niveau tendenziell etwas niedriger geworden ist, ich also weniger angespannt in die Rennen gehe. Sicherlich auch ein Grund, warum es dieses Jahr so gut lief.

Neben der Auswertung der Saison und den aktuellen Problemen geht der Blick am Saisonende aber natürlich auch schon auf die nächste Saison. Der BDR hatte für 2018 eine Lizenzklassenreform angekündigt, die aber jetzt auch nach mehreren Monaten immer noch nicht beschlossen wurde. Das soll erst auf einer Versammlung im November thematisiert werden. Ob die dann noch für 2018 kommen kann, sei mal dahingestellt. Die Wiederholungsanträge sind nämlich schon freigeschalten - und beinhalten KEINE Lizenzklassenreform. Und mal ehrlich: Eine Umstellung während der laufenden Saison wäre unsinnig, weil das ja nur der doppelte Verwaltungsaufwand wäre. Insofern gehe ich mal davon aus, dass die Reform frühestens 2019 greifen wird. Mein Saisonziel für die neue Saison ist also ein Aufstieg in die B-Klasse - aber dieses Saisonziel ist dennoch vorerst "ohne Gewähr". Ich mein das mit dem Aufstieg aber ernst, denn nach Platz 13 bei einem KT-Kriterium ist das kein unrealistisches Ziel mehr. Ein schwieriges, ja, aber eben nicht mehr unrealistisch. Spekulationen zufolge sollte die Reform übrigens so aussehen, dass man aus den aktuellen drei Lizenzklassen im Männerbereich zwei machen wird. Klingt im ersten Moment nicht so, als ob das viele Auswirkungen haben würde, aber die Definition für Jedermannrennen müsste dann geändert werden, weil es dann ja gar keine C-Klasse mehr geben würde. ;)

Der Blick auf die nächste Saison beinhaltet aber nicht nur eine mögliche Form, sondern das, was er jedes Jahr beinhaltet: Die bekanntgegebenen Renntermine! Zwar sind die Termine jetzt natürlich auch noch nicht in Stein gemeißelt, u.a. weil die Terminkonferenzen der Landesverbände noch ausstehen, aber dennoch hat man schon ein recht gutes Bild. Das Kriterium in Kulmbach rückt z.B. nach vorn und ist schon für Ende April geplant. Das wäre dann auch ein möglicher Saisoneinstieg für mich. Im Mai ist es dafür noch etwas dünn, weil Kulmbach eben fehlt und auch für den Hockenheimring noch kein Termin steht. Ich hatte ja gesagt, dass ich den Hockenheimring vermutlich nur einmalig fahren werde, aber durch die flachen Kilometer, die man aber ohne so ein Stop-And-Go und den damit verbundenen Antritten wie bei den Lizenzkriterien sammeln kann, ist das zu Saisonbeginn eine wirklich gute Möglichkeit, um einfach nur flotte Rennkilometer zu sammeln. Dieses Jahr hat mit das Rennen meiner Meinung nach richtig gut getan, was den Formaufbau anbelangt. Nächstes Jahr würde ich dann auch auf der 120er-Strecke starten. Aber erst mal abwarten, ob das Rennen denn überhaupt stattfindet. Ansonsten ist der Mai noch etwas schwach auf der Brust, aber wenigstens das Rennen der BM Straße ist schon bekannt: Attenzell! Ja, dort war die BM doch erst 2016? Na gut, aber 2016 war ich dort ja nicht dabei. Diesmal würde ich wohl starten, denn zum einen habe ich in dieser Saison viel Selbstvertrauen tanken können, zum anderen kann es ja gar nicht schlimmer als dieses Saison in Baiersdorf laufen. :D

Im Juni geht es dann richtig rund, wobei hier Terminüberschneidungen drohen. Karbach wäre gleich am 3. Juni, was mir gut passen würde, aber da die Thüringen-Rundfahrt der Frauen zum gleichen Zeitpunkt stattfindet und im internationalen Kalender steht, dürfte es bei Karbach wohl noch einen anderen Termin geben. Immerhin dürfte in Karbach ja wieder Frauen-BL sein. Hoffentlich wird "vorverschoben", denn eine Woche später habe ich mit Hatzenbühl ein Pfalz-Wochenende im Visier. Zwei Wochen drauf dann noch ein weiteres Pfalz-Wochenende - und zwischendurch wäre dann vielleicht Schleiz?!? Bisher ist dafür kein Termin bekannt. Im Juli geht es dann jedenfalls nahtlos weiter mit Strullendorf und der Oder-Rundfahrt. Letzteres ist ein viertägiges Etappenrennen für KT/ABC. Ich steh ja auf Etappenrennen, also möchte ich mich nächstes Jahr mal an einem Lizenz-Etappenrennen versuchen. Dafür verzichte ich dann aber auf die Erzgebirgstour, wobei ich das sowieso getan hätte, weil die Erholungspause für den Nürburgring dann zu kurz für mich wäre. Gute Kletterer stecken die Tour eine Woche vor dem Ring weg, aber ich bin ja kein guter Kletterer. ;) Der Nürburgring ist jedenfalls fest geplant, das hatte ich dieses Jahr ja schon wiederholt betont - wegen meiner Sammlung von Radrennen auf Motorsportrennstrecken. ;)

Der August beginnt dann wieder mit Bamberg, die Woche drauf Bellheim mit dem Classico - und in der zweiten Augusthälfte dürfte ich nicht nur wieder in Meiningen am Start sein (diesmal ohne Höllenschmerzen, hoffe ich), sondern auch in Sonneberg! Nach einem Jahr Pause kehrt das Kletterrennen in Sonneberg nämlich zurück. Im August könnte ich dann in Stadtsteinach gleich weiterklettern, denn der Termin ist diesmal eine Woche vor dem Heideradcup. Letzteren hingegen habe ich noch gar nicht fest eingeplant. Ich arbeite ja wie gesagt am Aufstieg in die B-Klasse. Davon hängt auch ab, ob ich in Torgau nur Jedermann oder vielleicht doch Lizenz fahren darf. Ich hoffe auf Lizenz, aber der September ist weit weg und vielleicht fahre ich nächstes Jahr auch gar nicht in Torgau. War dieses Jahr eben doch etwas frustrierend. Ach, und der Riderman findet nächstes Jahr eine Woche früher statt. Dann könnte es vielleicht noch warm genug für mich sein. ;)

Sonntag, 3. September 2017

Bellheim, Meiningen, ISG und Heideradcup

Eigentlich wollte ich heute anaerobe Bergintervalle fahren, aber es kommt gerade wieder kräftig vom Himmel runter, drum verschiebe ich diese Einheit wohl auf morgen. Dafür habe ich aber etwas Zeit, um mal die letzten Wochen aufzuarbeiten...

Bellheim war mein zweites Pfalz-Wochenende, nachdem Rülzheim im Vorjahr reines Lehrgeld war. Für das Kriterium nahm ich mir nichts weiter vor, ich hätte auch mit 10 Runden als Vorbelastung leben können - aber dann fuhr ich trotzdem durch. Letztes Jahr hatte ich noch den Eindruck, dass das Niveau bei C-Kriterien in der Pfalz viel höher als in Bayern ist - aber wie viele C-Kriterien gibt es schon in Bayern, damit man das überhaupt vergleichen könnte?!? ;) Stattdessen fiel mir auf, dass auch in der Pfalz richtig dämlich durch die Kurven gefahren wird. Kurz vorm Einlenken in die Kurven quetschen sich gerne noch ein, zwei Fahrer neben einen, schon fährt man mit 10 km/h weniger durch die Kurve als es in Einerreihe auf der Ideallinie möglich wäre. Diese verlorenen 10 km/h muss man dann aber wieder durch den Antritt reinholen, denn an der Spitze des Feldes wird natürlich dennoch Einerreihe gefahren. 2/3 des Feldes müssen als immer wie Tiere antreten - und können es auch größtenteils. Selbst ich, auch wenn es mir von Antritt zu Antritt mehr Schmerzen im unteren Rücken verursacht. ISG-Blockade - das ist mein neues Iliotibialis-Syndrom. Ich habe endlich meine Knieschmerzen im Griff, da begleiten mich plötzlich ständig Rückenschmerzen. Trotzdem habe ich die Antritte mitgehen können und konnte dann sogar meine erste Prämie bei einem Lizenzrennen einfahren. Kurioserweise hatte mir ein Regenschauer diese Prämie ermöglicht, denn das Feld war spürbar mit Trocken-Setup unterwegs und niemand wollte stürzen. Das führte zu so einer vorsichtigen Fahrweise in den Kurven, dass das Feld in mehrere kleine Teile brach. Ich konnte mich in dieser Situation aber gut vorarbeiten, weil die Leute auf den Geraden nicht mehr richtig antraten - und plötzlich fuhr ich vor dem Feld und bekam eine Prämie geschenkt, denn mir war gar nicht bewusst, dass gerade eine Prämienrunde war. :)

Am nächsten Tag stand das Straßenrennen über 120 km an. Am Start fiel dem Veranstalter aber ein, dass er das Rennen eigentlich nur über 100 km durchführen wollte. Wieso man dann 120 km ausgeschrieben hatte, erschließt sich mir nicht ganz, aber eigentlich war es mir ganz recht. Mein Training ist ja nur auf Rennbelastungen bis zu 3 Stunden ausgelegt, da waren mir 100 km also auch lieber als 120. Nach 10 km hätte das Rennen für mich aber schon fast vorbei sein können, denn auf einer der schmalen Geraden der Feldweg-Passage (Klassiker-Feeling pur!) stoppte plötzlich der Fahrverkehr vor uns. Keine Ahnung, was da los war, aber ich musste eine Vollbremsung hinlegen, bei der mein Hinterrad sogar seitlich ausbrach. Mir fiel erst zwei Wochen später auf, dass ich am Hinterreifen ein ganzes Stück Reifengummi verloren hatte. Da schaute schon der Stoffteil des Reifenmantels durch. Mittlerweile ist der Hinterreifen erneuert, aber ich hatte mal richtig Glück, dass ich die restlichen 90 km ohne Defekt absolvieren konnte. Auch Glück hatte ich, dass ich in keinen der Stürze im Feld verwickelt wurde.

In der ersten Runde kam es am Ortsausgang von Westheim in einer "Hindernislauf-Passage" zu einem Sturz im Feld, bei dem das Feld auch fast komplett anhalten musste. Links, rechts und wieder links hatte man dort die Straße künstlich verengt. Solche Dinger, wo man Blumen oder Bäume reinpflanzt, mit Bordsteinkanten drumherum. Als es nach dem Sturz weiterging, wunderte ich mich noch, dass das Feld scheinbar ohne echte Aufholjagd wieder geschlossen war. Das Tempo ging sogar richtig runter. Das sollte sich an dieser Stelle in jeder Runde wiederholen, weshalb man hier immer sehr gut die Verpflegung übernehmen konnte. Was im Feld aber viele Fahrer wohl nicht mitbekommen haben: Den Sturz im Feld konnten mehrere Fahrer vorne trotzdem für eine Attacke nutzen und sich absetzen. Warum das Feld also nach dem Sturz gebummelt hat statt die Ausreißer gleich zurückzuholen, ist sicherlich eine berechtigte Frage, aber für mich sowieso irrelevant. Ich war am ganzen Tag einfach nicht in der Lage, um vorne beim eigentlichen Renngeschehen mitzumischen. Auf den super engen Feldwegen mit den 90-Grad-Kurven wurden fast Stehversuche unternommen, weil die Leute zu zweit oder zu dritt nebeneinander dort rumfahren wollten. Stop-and-Go war angesagt - und die Pferde-Antritte aus diesen "Stehkurven" heraus forderten einem so viel ab, dass man froh sein konnte, bei den Windkanten-Passagen mit 55 km/h den Anschluss zu halten. Aber sich im Feld vorarbeiten? Ne, das klappte nicht. Dazu müsste man schon in einer kleineren Gruppe unterwegs sein, damit man speziell in der Feldweg-Passage Energie in den Kurven sparen kann. Das kam der Ausreißergruppe sicherlich auch entgegen. Dass aber nicht alle im Feld das mitbekommen hatten, kann man wohl auf einigen Bildern erkennen. Da sieht es nämlich so aus, als ob an der Spitze des Feldes um die Durchfahrtprämien gesprintet wurde, obwohl die natürlich an die Ausreißer ging. Ach, und wer sich jetzt beim Durchlesen denken sollte, ob das nicht unfair ist, dass man einen Sturz im Feld ausnutzt, um sich mit einer Attacke abzusetzen: Nein, das ist nicht unfair, sondern ganz normaler Radsport in den Bereichen Amateur/Jedermann. Ich hatte es ja vor einigen Jahren schon hier im Blog festgehalten, dass in solchen Situationen immer von mehreren Fahrern das Tempo verschärft wird. Das ist ganz normal. Was man im Fernsehen teilweise sieht, dass das Tempo bei Stürzen rausgenommen wird, ist halt nur im Profisport so. Bei Sturz und Defekt bei Amateur- und Jedermannrennen ist das Rennen eben schnell gelaufen. Das erlebe ich jetzt schon seit so vielen Jahren so, dass man das halt einfach so hinnehmen muss und das auch niemandem vorwerfen kann, wenn er so was ausnutzt. Fußballspieler versuchen ja auch ständig Freistöße und Elfmeter zu schinden, indem sie den Schiedsrichter täuschen. Wie heißt es auch im Englischen? "Don't hate the player, hate the game."

Bellheim hat mir jedenfalls super gefallen und nächstes Jahr ist das wieder fest eingeplant. Klar, der Kurs vom Straßenrennen ist auch etwas verrückt, aber wer Radrennen fährt, muss ja auch ein bisschen verrückt sein. ;) Ebenfalls geplant ist im nächsten Jahr das Kriterium in Meiningen. Klingt erst etwas komisch, weil ich eigentilch kein Freund des Kurses bin, aber durch meine Weiterentwicklung komme ich jetzt eigentlich doch ganz gut klar mit dem Kurs. Die Antritte waren dennoch ein Alptraum, weil mir meine ISG-Blockade noch nie so viele Schmerzen bereitet hat! 70 Runden KT-Kriterium - AUA! Aber wenigstens erstellt man in Meiningen ein vollständiges Ergebnis, daher machte es auch in der Schlussrunde noch Sinn, dass man bis zum Zielstrich Rennen fährt. In meinem Fall führte das zu meinem bisher besten "Karriereergebnis": Platz 13 bei einem KT-Rennen!!! Es gab auch keine Stürze, also insofern lohnt sich ein Start in Meiningen auf jeden Fall. Kriterien, bei denen nur Punkteträger ins Ergebnis aufgenommen werden, sind halt für einen Hobbyfahrer etwas doof. Ich hatte das früher ja schon gesagt: Als Hobbyfahrer willst du einfach deine Platzierung wissen, egal wie weit hinten sie auch sein mag! Das gehört zum Spaß dazu: Man will schwarz auf weiß nachlesen können, was man geleistet hat. Ich wäre z.B. schon zwei Mal bei Kriterien unter den ersten 20 gewesen, aber sieht man sich mein rad-net-Profil an, dann hat man den Eindruck, dass ich 2015 und 2016 an keinem einzigen Rennen auch nur teilgenommen hätte - außer beim BZF in Stadtsteinach. Da kann man den Leuten noch und nöcher erzählen, bei wie vielen Lizenzrennen man schon durchgefahren ist, aber die Leute können dann auch sagen, dass man das nur erfindet, wenn es keinen Nachweis dafür gibt. Auch der lizenzgebende Verein muss seinen Fahrern blind vertrauen können, dass sie die angegebenen Rennen tatsächlich gefahren sind, wenn es am Saisonende um das Einreichen der Saisonresultate geht und dort meistens einfach nur "Feld" steht.

Aber gut, für die Ergebniserstellung bin ich ja nicht zuständig, sondern dafür, wo im Ergebnis ich hingehöre. Mit meinem Training und meiner Fahrweise bei den Rennen kann ich ja selbst dafür sorgen, dass ich es auch auf eine Teil-Ergebnisliste schaffe. Momentan fällt mir das aber etwas schwer, denn in Meiningen habe ich mir ganz schön viel im Bewegungsapparat zerstört. War zwar schon beim Doc und der hat mir die ISG-Blockade mal gelöst, aber das Ding blockiert ja ständig neu. Die Muskulatur muss weich gemacht werden, gleichzeitig muss ich sie aber auch stärken - momentan alles ein bisschen das Prinzip der Katze, sie sich in den eigenen Schwanz beißt. Und die Blockade allein ist auch nicht das einzige Problem derzeit, denn die Oberschenkelmuskulatur wurde überbelastet, was zu einer heftigen Muskelzerrung geführt hat. Und damit muss ich nächsten Sonntag beim Heideradcup irgendwie durchkommen - denn das ist mein drittes anvisiertes Zielrennen der Saison. Ich hatte es ja schon mal gesagt: Ich hatte mir für diese Saison drei Trainingsziele vorgenommen, drei Rennen, bei denen ich ein bestimmtes Ergebnis erzielen wollte. Top 20 in Karbach - mit Platz 47 klar verfehlt. Top 10 in Ingolstadt - durch die Absage des Rennens so was von klar verfehlt. Und jetzt dann noch das Podest beim Heideradcup. Die Schmerzen durch ISG-Blockade und Muskelzerrung machen mir das Erreichen des Ziels nicht gerade einfacher, aber wenn ich mich an den Start stelle - und das werde ich -, dann quäle ich mich auch durch. Und für den Zielsprint kann ich die Probleme sogar zu einem Vorteil nutzen: Wenn es schmerzt, ist das ein Zeichen, dass ich den Oberkörper nicht richtig anspanne. Und nur wenn ich den Oberkörper richtig anspanne, kann ich auch optimal sprinten. Die Schmerzen werden mich also dazu zwingen, einen besseren Sprint zu fahren - zumindest hoffe ich das. ;)

Mittwoch, 9. August 2017

Vor Bellheim in Bamberg bei KT/ABC durchgefahren

Okay, okay - ein kleiner Schönheitsfehler: Eine Runde Rückstand. Aber nachdem ich wie im Vorjahr nach ungefähr 10 Runden die Wirkung von Overpacing in den Beinen spürte, dachte ich gewiss nicht, dass ich nach der Überrundung die restlichen 50 Runden ohne ernsthafte Probleme in einem KT/ABC-Fahrerfeld mithalten würde! Und wenn ich KT/ABC schreibe, meine ich vor allem KT/AB - denn als ich die Starterliste überflog, fand ich kaum C-Fahrer. Von vielleicht 50 Fahrer waren wohl 40 KT/AB-Fahrer am Start. Da ich trotz des Rundenrückstandes aber nicht rausgenommen wurde, probierte ich einfach im zweiten Anlauf, wie lange ich mithalten kann - und das klappte eben bis zum Rennende. Das war für den Kopf dann also doch schon sehr gut, dass man bei so einem Rennen die Zielflagge gesehen hat.

Zum Rundenrückstand an sich gibt es auch nicht viele Fragezeichen. In den ersten zehn Runden war das Feld noch nicht richtig sortiert und es kam des öfteren zu Zweierreihen in den Kurven. Da gingen locker 10 km/h verloren, was die Datenanalyse offenbarte, aber der Schnitt war der gleiche wie eigentlich während des gesamten Rennens - immer um die 43 km/h. Diese verlorenen 10 km/h musste man also durch entsprechend intensivere Antritte aus den Kurven heraus ausgleichen - und das war für mich dann einfach immer noch zu viel. Ich muss auch sagen, dass ich in den restlichen 50 Runden auch komplett am persönlichen Limit gefahren sein muss, selbst wenn ich keine ernsthafte Krise mehr hatte und sogar teilweise Löcher zudrückte, die vor mir platzende Fahrer aufgehen ließen. Dennoch war da nicht wirklich Luft nach oben. Insofern war der Rundenrückstand also nur logisch, weil diese 10 km/h Verlust in den Kurven dann genau das waren, was über meinem persönlichen Limit lag. Dennoch bleibt die Erkenntnis, dass ich den Abstand zu den richtig guten Fahrern der Klassen A und B sowie den KT-Profis verringert habe und jetzt so nah an diesen Leuten dran bin wie nie zuvor. Das tut dem Kopf einfach gut und lässt einen in Zukunft auch über weitere Starts bei KT/ABC-Rennen nachdenken.

Am nächsten Wochenende steht aber erst mal Bellheim an. Überweisung ist getätigt, die Unterkunft gebucht - und dann seh ich mal, ob ich bei dem C-Kriterium am Samstag mehr als 10 Runden packe. Denn letztes Jahr zeigte sich ja bei meinem ersten Pfalzwochenende, dass die C-Kriterien in der Pfalz richtig heftig sind. Am Sonntag steht dann mit 120 km das längste Radrennen an, bei dem ich bisher mitgefahren sein werde. 120 km in der C-Klasse - ist das nicht auch gleichzeitig das längste C-Rennen Deutschlands?!? Der Kurs ist allerdings flach und somit was für Sprinter, weshalb ich genau wie so viele andere C-Fahrer von einer Top-Ten-Platzierung träume. Ein sehr interessantes, spannendes Wochenende, nach dem ich meine weitere Saisonplanung auch unter Umständen nochmal etwas anpassen werde. Ach was, da baue ich doch keine unnötige Spannung auf: Sollte ich es in die Top Ten schaffen, würde ich in zwei Wochen vermutlich nochmal ein Pfalz-Wochenende mitmachen, weil da immerhin ein Rundstreckenrennen auf einem 4,5-km-Kurs ansteht. Ansonsten würde ich bis zum Heideradcup im Training bleiben.